Mo

6.04.

17.30

100. Geburtstag Marianne Hoppe
Der Schritt vom Wege
D 1939, 101 Min., FSK: ab 12
Regie: Gustaf Gründgens
Buch: Dr. Georg C. Klaren, Eckart von Naso, nach dem Roman „Effie Briest“ von Theodor Fontane
Kamera: Ewald Daub
Musik: Mark Lothar
Mit Marianne hoppe, Karl Ludwig Diehl, Paul Hartmann, Max Gülstorff, Paul Bildt, Käthe Haack, Hans Leibelt

Der Schritt vom Wege

Diese gelungene Verfilmung von Fontanes „Effie Briest“ zeigen wir anlässlich des 100. Geburtstags von Marianne Stefanie Paula Henni Gertrud Hoppe in diesem Monat. Geboren am 26. April 1909 in Rostock, gestorben am 23. Oktober 2002 in Siegsdorf, zählte sie zu den größten deutschen Theater- und Kinodarstellerinnen. Wir zeigen eine kleine Reihe von Filmen mit Marianne Hoppe im Caligari, im April zunächst die zwei Filme, bei denen sie unter der Regie ihres damaligen Ehemannes Gustaf Gründgens die Hauptrolle spielte. Weitere Filme mit Marianne Hoppe werden im April im neuen Murnau-Filmtheater (Nähe Hauptbahnhof / Schlachthof) zu sehen sein, Informationen dazu gibt es u. a. auf www.murnau-stiftung.de

„Damals war ein Film wie dieser, der es wagte, Zeitgeist ekelhaft zu finden, ein mutiges Werk. Die Staatsdramaturgen hatten gefordert, Effi als Ehebrecherin zu läutern, Innstetten, der feige Ehemann, sollte als preußischer Held, als Vorbild für männliche Erziehung gezeigt werden. Doch Gründgens ging den Weg der Lebensnähe, und Marianne Hoppe vermochte ohne viele Worte, durch Mienenspiel und Gebärde auszudrücken, dass der angetraute Gatte lieb und gut, doch weder ein Liebhaber noch ein Held war." (Koberg, 2002)

DIF

Mo

6.04.

20.00

Amnesty International
Alles für meinen Vater
Israel / D 2008, 96 Min., DF, FSK: ab 12
Regie: Dror Zahavi
Buch: Ido Dror, Jonatan Dror
Kamera: Carl-Friedrich Koschnick
Musik: Misha Segal
Mit: Shredi Jabarin, Hili Yalon

Alles für meinen Vater

Die Geschichte eines palästinensischen Selbstmordattentäters als Tragikomödie anzulegen liegt nicht gerade nahe. Doch ALLES FÜR MEINEN VATER belehrt eines Besseren: Ein Attentäter muss mit seinem defekten Sprenggürtel zwei Tage in Tel Aviv ausharren und lernt notgedrungen den Feind kennen. In alltäglichen, grotesken und anrührenden Begegnungen bekommen Täter und Opfer ein Gesicht und eine Geschichte – was den Irrsinn des Einsatzes menschlicher Waffen umso deutlicher zu Tage treten lässt. In dieser Filmnovelle ist die ganze Dialektik der Konfliktsituation im Nahen Osten, die so unverrückbar erscheinenden Fronten, die brisante Komplexität der Problematik sowie die Blickwinkel der sich gegenüberstehenden Kräfte und Faktoren inhärent. Ein Film, der durchaus verzweifeln lässt an der Ausweglosigkeit der Situation. Der Fundamentalismus auf beiden Seiten scheint eine Lösung ins Reich der Illusionen zu verbannen. Andererseits birgt die Erzählung immer wieder Momente der Hoffnung, ist bei aller Skepsis offen für Wandlungen zur Vernunft und Toleranz. ALLES FÜR MEINEN VATER ist eine Aufforderung zur Völkerverständigung. Nur wenn man miteinander redet und sich kennen lernt, kann man abstrakte Feindbilder aufbrechen. Aber er zeigt auch, dass die Konfliktparteien weit davon entfernt sind, sich darauf einzulassen.

DIF und Amnesty International

Di

7.04.

15.30

Rückblende – Film ab
Eins, zwei, drei
USA 1961, 108 Min., DF, FSK: ab 6
Regie: Billy Wilder
Buch: Billy Wilder, I. A. L. Diamond
Kamera: Ernst Wild, Hugh Crawford, Daniel L. Fapp
Musik: André Previn
Mit James Cagney, Horst Buchholz, Liselotte Pulver, Arlene Francis

Eins, zwei, drei

Billy Wilders ultimative Kult-Komödie, im Berlin kurz vor dem Mauerbau gedreht. Nach dem Mauerbau wollte zur Erstaufführung niemand die Ost-West Berlin-Komödie sehen, doch nach der Wiederaufführung in den 80ern war der Siegeszug des Films nicht mehr aufzuhalten. Die turbulente Screwball-Comedy um den Coca-Cola-Konzern, den hohen Besuch aus den USA und der Tochter des örtlichen Konzernchefs, die von einem Kommunisten geschwängert wird schlägt ein unglaublich hohes Tempo an (dessen es auch bedarf, um aus dem Kommunisten vor Eintreffen der US-Delegation einen liniengetreuen Kapitalisten zu formen) und bereitet im Rückblick dem Zuschauer ein vortreffliches Kinovergnügen.

DIF und Seniorenbeirat in der Landeshauptstadt Wiesbaden

Di

7.04.

18.00

100. Geburtstag Hans Müller
Eins – Zwei – Drei - Corona
Deutschland 1948, 86 Min., FSK: ab 12
Regie: Hans Müller
Buch: A. Arthur Kuhnert
Kamera: Robert Baberske
Mit Eva-Ingeborg Scholz, Lutz Moik, Piet Clausen, Ralph Siewert, Horst Gentzen

Eins – Zwei – Drei - Corona

Bereits als Schüler interessieret sich der am 19. April 1909 in Lüdenscheid geborene Hans Müller für das recht neue Medium Film, und tatsächlich gelang es ihm, als Filmregisseur Karriere zu machen. Wir zeigen seinen Film EINS – ZWEI – DREI – CORONA, der 1947 in Berlin gedreht wurde – ein Trümmerfilm, der sich dadurch von den meisten anderen Trümmerfilmen unterschied, dass er eine heitere Note hatte und dass Jugendliche die Protagonisten waren. Im Mittelpunkt stehen zwei miteinander verfeindete Jugendbanden in den Berliner Ruinen 1945, in deren Revier ein kleiner Wandercircus auftaucht. Die Jungen werden Zeugen, wie die junge Artistin Corona misshandelt wird. Sie beschließen, die Streitaxt zu begraben und gemeinsam für Corona zu kämpfen. Eine Reihe später erfolgreicher Jungdarsteller spielte in diesem DEFA-Film die erste Rolle.
 

DIF

Di

7.04.

20.00

Fundstücke. Vergessene und übersehene Perlen des Films
Pola X
F 1999, 134 Min., OmU, FSK: ab 12
Regie: Leos Carax
Buch: Leos Carax, Jean-Pol Fargeau nach der Novelle von Herman Melville
Kamera: Eric Gautier
Musik: Scott Walker
Mit Guillaume Depardieu, Catherine Deneuve, Yekaterina Golubeva, Delphine Chuillot

Pola X

Pierre ist jung und hat als Schriftsteller bereits seinen ersten Bestseller vorgelegt. Gemeinsam mit seiner Mutter bewohnt er ein Schloss in der Normandie. Die Heirat mit Freundin Lucie ist auch schon geplant. Doch dann lernt Pierre die mysteriöse und wunderschöne Isabelle kennen. Mehr noch, sie behauptet seine Halbschwester zu sein. Pierre verfällt der Fremden, stößt sein altes Leben von sich, um mit Isabelle ein Leben, vor allem eine Liebe, jenseits gesellschaftlicher Tabus und Konventionen zu führen. Er flieht mit ihr in eine Künstlerkommune im suburbanen Paris. Lucie will Pierre nicht aufgeben und folgt ihnen. Eine dramatische Dreiecksgeschichte von Leos Carax, der nach DIE LIEBENDEN VON PONT-NEUF ein weiteres düster-romantisches Epos schuf. Der Titel des Films leitet sich vom Akronym des französischen Romantitels "Pierre, ou, les ambiguités" von Herman Melville ab. Die Mutter von Pierre wird von Catherine Deneuve gespielt, in der Hauptrolle ist der im Oktober 2008 im Alter von 37 Jahren verstorbenen Sohn von Gerard Depardieu, Guillaume Depardieu, in einer seiner besten Rollen zu sehen.

  DIF und :Ikonen: - das Kulturmagazin

Mo

13.04.

17.30

Wiesbadener Erstaufführung
Die Reise des chinesischen Trommlers
D / Hongkong / Taiwan 2007, 117 Min., DF, FSK: ab 12
Regie: Kenneth Bi
Buch: Kenneth Bi
Kamera: Sam Koa
Musik: Andre Matthias
Mit Jaycee Chan, Tony Leung Ka Fai, Dou Lee Sinje, Roy Cheung, Josie Ho, Kenneth Tsang, Angelica Lee

Die Reise des chinesischen Trommlers

Sid ist Anfang 20 und Sohn des mächtigen Gangsterbosses Kwan. Als solcher genießt er die Freiheiten und Vorzüge seiner Position, die ihn praktisch unantastbar machen. Als er sich jedoch mit der Geliebten eines anderen Gangsterbosses einlässt, bleibt das nicht ohne Folgen. Zu seinem eigenen Schutz wird Sid nach Taiwan ins Exil geschickt. In der einsamen, idyllischen Bergwelt kommt Sid erstmals zur Ruhe. Und er trifft auf eine Gruppe Zen-Trommler, deren bombastische Schläge weit durch das Gebirge hallen. Zunächst spornt ihn nur die musikalische Herausforderung an, doch mit der Zeit merkt er, dass die Mönche das Trommeln gleichsam als Schlüssel zu spiritueller Erleuchtung und Weisheit begreifen. Er beginnt, seine jugendlichen Weisheiten in Frage zu stellen und Körper und Geist in Einklang zu bringen. Kenneth Bi legt mit DIE REISE DES CHINESISCHEN TROMMLERS ein opulentes Drama voll bildgewaltiger Landschaftsaufnahmen und mitreißender Rhythmik vor, eine epische Reise in das Herz eines Rebellen und die Seele einer Stadt.

DIF

Mo

13.04.

20.00

Neues Deutsches Kino
Buddenbrooks
D 2008, 150 Min., FSK: ab 6
Regie: Heinrich Breloer
Buch: Marc Wiese
Kamera: Jörg Adams
Musik: Wasim Qassis
Mit: Armin Mueller-Stahl, Jessica Schwarz, August Diehl, Mark Waschke, Iris Berben, Léa Bosco, Raban Bieling, Justus von Dohnanyi

Buddenbrooks

Die Geschichte nimmt Mitte des 19. Jahrhunderts ihren Anfang: Die traditionsbewusste Kaufmannsfamilie von Konsul Jean und Konsulin Bethsy Buddenbrook hat es über Generationen hinweg durch Getreidehandel zu großem Ansehen und Wohlstand gebracht. Mit ihren zwei Söhnen Thomas und Christian und der Tochter Tony genießen die Buddenbrooks das Leben in der damals aufstrebenden Wirtschaftsmetropole Lübeck. Gleichwohl lässt sich im Hause Buddenbrook das Private nicht vom Geschäftlichen trennen – seit jeher sind Familie und Firma eins. Doch mit dem Tod von Jean nimmt eine neue Ära ihren Anfang. Die Kinder sind nicht bereit, sich um jeden Preis für das familiäre Unternehmen aufzuopfern...


Mit BUDDENBROOKS hat der vielfach preisgekrönte Regisseur und ausgewiesene Mann-Kenner Heinrich Breloer (DIE MANNS – EIN JAHRHUNDERTROMAN) einen zutiefst bewegenden Film über den Aufstieg und Fall einer deutschen Familie an der Zeitenwende zur Moderne geschaffen. Voller Opulenz und mit universellen Themen von erstaunlicher Aktualität erlebt der Zuschauer mit den Buddenbrooks den Überlebenskampf einer Familie in einer sich verändernden Zeit - und findet sich selbst wieder, im Ringen um gesellschaftliche Anerkennung und Liebe, im Streben nach privatem Glück in einer härter werdenden Geschäftswelt. Ein herausragendes Darsteller-Ensemble um Armin Mueller-Stahl, Jessica Schwarz, August Diehl, Mark Waschke und Iris Berben erweckt einen der bedeutendsten deutschen Romane für die große Leinwand zum Leben.

DIF

Di

14.04.

17.00

Neues Deutsches Kino
Buddenbrooks
Siehe 13.04.

Di

14.04.

20.00

Wiesbadener Erstaufführung
Die Reise des chinesischen Trommlers
Siehe 13.04.

Mo

20.04.

17.30

100. Geburtstag Marianne Hoppe
Capriolen
Deutschland 1937, 86 Min., FSK: ab 12
Regie: Gustaf Gründgens
Buch: Willi Forst, Jochen Huth
Kamera: Franz Planer, Kurt Neubert
Musik: Peter Kreuder
Mit Marianne Hoppe, Gustaf Gründgens, Fita Benkhof, Maria Bard, Hans Leibelt, Paul Henckels, Albert Florath, Volker von Collande

Capriolen

Das Ehepaar Marianne Hoppe und Gustaf Gründgens läuft unter eigener Regie des letzteren zur Höchstform auf: Der Journalist Jack Warren erhält den Auftrag, die Fliegerin Mabel Atkinson zu interviewen. Nur mürrisch geht Jack an die Arbeit, denn er hat sich geschworen, keine intererssante Frau - ein für ihn unüberwindliches Greuel - mehr zu interviewen. Er gerät zunächst an die Falsche, die Filmschauspielerin Dorothy Hopkins. Auf der Flucht vor dieser trifft er auf Mabel, ohne zu wissen, wer sie ist. Und auch Mabel weiß nicht, daß sie auf die Sorte Mensch gestoßen ist, die sie am meisten haßt: einen Journalisten.
Spritzige Gesellschaftskomödie, "die dank Willi Forsts Mitarbeit an den Dialogen, Gründgens intelligent distanzierter Regie und exakter Besetzung frisch und unterhaltsam geblieben ist." (Lexikon des Internationalen Films)

DIF

Mo

20.04.

20.00

Stummfilm mit Musik
Buddenbrooks (1923)
D 1923, 105 Min., FSK: ungeprüft
Regie: Gerhard Lamprecht
Live-Musik von und mit Uwe Oberg (Piano)
Buch: Alfred Fekete, Luise Heilborn-Körbitz, Gerhard Lamprecht nach dem Roman von Thomas Mann
Kamera: Erich Waschneck, Herbert Stephan
Mit Peter Esser, Alfred Abel, Hildegard Imhof, Mathilde Sussin, Karl Platen
Live-Musik von und mit Uwe Oberg (Piano)

Buddenbrooks (1923)

Anlässlich der Neuverfilmung von Heinrich Breloer zeigen wir auch die erste Filmfassung von Thomas Manns großer Familiensaga: Thomas Buddenbrook, der Erbe einer großen Kaufmannsfamilie, erhält trotz seiner Jugend den Auftrag seiner Heimatstadt, eine große Getreidelieferung für die Hansestadt durchzuführen und riskiert für die Einhaltung des Termins eine hohe Konventionalstrafe. Sein Bruder Christian, der ein Künstlerleben führt, kehrt in die Heimat zurück und arbeitet als Teilhaber im Geschäft. Bendix Grünlich, ein verschuldeter Geschäftsfreund, den er für reich hält, heiratet Tony, die Schwester der beiden Brüder. Thomas Manns große Familiensaga in einer ersten Filmversion.

DIF

Di

21.04.

17.30

Francoise Sagan
Lieben Sie Brahms?
F / USA 1961, 120 Min., DF, FSK: ab 18
Regie: Anatole Litvak
Buch: Samuel Taylor nach dem Roman von Francoise Sagan
Kamera: Armand Thirard
Musik: Georges Auric
Mit: Anthony Perkins, Yves Montand, Ingrid Bergmann, Jean Clarke, Pierre Dux, Jackie Lane, Jessie Royce Landis

Lieben Sie Brahms?

Anlässlich von BONJOUR SAGAN, der in der Reihe cine en vogue letzte Woche lief, zeigen wir eine der schönsten Verfilmung eines Bestsellers von Francoise Sagan mit einer Reihe ausgezeichneter Darsteller. Anthony Perkins (der später mit Hitchcocks PSYCHO weltberühmt wurde) gewann für seine Rolle als Anwaltssohn die Goldene Palme als bester Darsteller in Cannes 1961, Yves Montand und  Ingrid Bergman hätten eine Auszeichnung aber mindestens ebenso verdient gehabt.

Paula Tessier, eine schöne, erfolgreiche Geschäftsfrau in den Vierzigern, unterhält seit einigen Jahren ein Liebesverhältnis zu dem charmanten Roger Demarest. Roger liebt Paula, aber er ist zu selbstsüchtig, um seine Freiheit und zahlreiche Affären aufzugeben. Der 24jährige Anwaltssohn Phillip verliebt sich hoffnungslos in Paula, die seinen Avancen zunächst widersteht, bis dann Roger wieder eine Affäre mit einem jungen Mädchen anfängt. Eine Affäre nimmt ihren Lauf, die die Gesellschaft nicht billigt.

DIF

Di

21.04.

20.00

Hitchcock
Verdacht
USA 1941, 98 Min., DF, FSK: ab 6
Regie: Alfred Hitchcock
Mit: Cary Grant, Joan Fontaine, Nigel Bruce, May Whitty, Cedric Hardwicke

Verdacht

Eine aus Trotz entstandene Liebesheirat gegen den Willen der Eltern führt eine naive, junge Frau in eine verzweifelte Situation. Voller Argwohn beobachtet sie die vermeintliche Unaufrichtigkeit ihres Ehemannes und ist schon bald davon überzeugt, dass ihr Mann ein Verbrecher, ja sogar ein Mörder ist... Das Lexikon des internationalen Films schreibt: „Ein leiser, in der Spannungssteigerung hervorragend komponierter Thriller im Stil eines Kammerspiels, der zwischen Melodram und ironischem Augenzwinkern pendelt und geschickt mit der Ambivalenz von Schein und Sein operiert.“

DIF