Mo

1.06.09

17.30

Hollywood-Schauspielkunst
Gran Torino
USA 2008, 116 Min., DF, FSK: ab 12
Regie: Clint Eastwood
Buch: Nick Schenk
Kamera: Tom Stern
Musik: Kyle Eastwood, Michael Stevens
Mit Clint Eastwood, Bee Vang, Ahney Her, Christopher Carley

Gran Torino

Dass Hollywood sein Handwerk versteht, muss nicht diskutiert werden – ebensowenig die Tatsache, dass damit viele überflüssigen Filme produziert werden. In diesem Jahr jedoch kam schon einiges bemerkenswertes aus den USA in unsere Kinos, Filme, die aus dem Rahmen fallen, schwierige Themen anpacken und dennoch gut unterhalten, und vor allem Filme, in denen erstklassige Schauspieler zeigen, was sie können, wie sie einen Film zu einem herausragenden Werk formen können, ohne dabei eine Show abzuliefern, sondern ihre Kunst ganz dem Gesamtkunstwerk des Films in den Dienst stellen. Zum Auftakt unserer kleinen Reihe zeigen wir einen Film, bei dem es kein Wunder ist, dass der Regisseur den Hauptdarsteller im Griff hat – Clint Eastwood, der im Alter ein Meisterwerk nach dem nächsten dreht, hat wieder einmal beide Positionen inne, als Regisseur und als Darsteller. Bemerkenswert ist, wie er in der Rolle des Rentners, der nach Jahren in der Autofabrik mit seinem Leben und seiner Umwelt nichts mehr anfangen kann und Vorurteile gegenüber den asiatischen Nachbarn hat, Stereotypen aus seiner DIRTY HARRY Zeit aufgreift und zu einem seiner besten Filme seit langem umarbeitet, in dem ein Mann in hohem Alter beginnt, das Leben noch einmal neu zu begreifen.

DIF

Mo

1.06.09

20.00

Hollywood-Schauspielkunst
Gran Torino

Di

2.06.09

18.00

Film und Propaganda – Stummfilm mit Musik
Panzerkreuzer Potemkin
UdSSR 1925, 75 Min., deutsche Zwischentitel, FSK: ungeprüft
Regie: Sergej M. Eisenstein
Buch: Nina Agadshanowa-Schutko
Kamera: Eduard Tisse
Mit Alexander Antonow, Wladimir Barski, Grigori Alexandrow, Repnikowa, Michail Gornorow
Live-Musik von und mit Uwe Oberg (Piano)

Panzerkreuzer Potemkin

Sergej Eisenstein ist einer der Pioniere und großen Meister der Filmgeschichte. Sein berühmtester Film entstand zum 20. Jahrestag der Meuterei von Odessa. Russland im Jahr 1905. Der russisch-japanische Krieg wirft seine Schatten auch auf die Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer. Die Disziplin in Armee und Marine wird mit härtesten Maßnahmen aufrechterhalten. Doch unter den Matrosen des Panzerkreuzers „Fürst Potemkin“ herrscht wegen verdorbener Verpflegung eine wachsende Missstimmung, die plötzlich in einen Aufstand umschlägt.

Wie kaum ein anderer Film polarisierte Eisensteins Meisterwerk die Weimarer Republik. Unter reger Anteilnahme der Öffentlichkeit wurde der Film von den deutschen Zensurbehörden mehrmals geprüft, gekürzt, zugelassen und verboten – und auf der Brüsseler Weltausstellung von 1958 schließlich von internationalen Kritikern zum „besten Film aller Zeiten“ gekürt.

Live-Musik von und mit Uwe Oberg (Piano)

DIF

Di

2.06.09

20.00

Film und Propaganda
Weisse Sklaven – Panzerkreuzer Sebastopol
Deutschland 1937, 105 Min., FSK: ab 16
Regie: Karl Anton
Einführung: Prof. Dr. Oksana Bulgakova
Buch: Karl Anton, Felix von Eckardt, Arthur Pohl
Kamera: Herbert Körner
Musik: Peter Kreuder, Friedrich Schröder
Mit Camilla Horn, Karl John, Werner Hinz, Theodor Loos

Weisse Sklaven – Panzerkreuzer Sebastopol

Das Seminar „Film und Propaganda“ an der Universität Mainz untersucht die Bedeutung der Filmpropaganda und ihren Einsatz in demokratischen und in diktatorischen Regimes. Dabei werden einige Schlüsselfilme analysiert - Werke, die in Deutschland, Italien und in der Sowjetunion entstanden sind, Thriller des Kalten Kriegs, erfolgreiche Hollywoodproduktionen aus jüngster Zeit und dokumentarische Provokationen von Michael Moore. Wir setzen die Filmreihe zum Seminar in der Caligari FilmBühne fort mit einem groß angelegten, wilden Abenteuergemälde, dass in die Revolution in der russischen Hafenstadt Sebastopol im Jahr 1917 führt. Die plumpe antikommunistische Tendenz lässt die Marschrichtung des „Dritten Reiches“ erkennen.

Einführung: Prof. Dr. Oksana Bulgakova

DIF

Mo

8.06.09

18.00

100. Geburtstag Magda Schneider
Robinson soll nicht sterben
D 1956, 97 Min., FSK: ab 6
Regie: Josef von Baky
Buch: Dr. Emil Burri, Johannes Mario Simmel nach dem Buch von Friedrich Forster
Kamera: Günther Anders
Musik: Georg Haentzschel
Mit Romy Schneider, Horst Buchholz, Erich Ponto, Magda Schneider

Robinson soll nicht sterben

Der Schriftsteller Daniel Defoe, Verfasser des Erfolsgromans "Robinson Crusoe", lebt in ärmlichen Verhältnissen zur Untermiete bei der Mutter der jungen Maud. Um die Familie durchzubringen arbeitet Maud mit ihren Brüdern in einer Baumwollspinnerei. Gern lauschen die Kinder den Geschichten des alten Mannes, der auf Grund seines Robinson-Romans beim König in Ungnade gefallen ist, weil zu viele Matrosen dem Vorbild Robinsons gefolgt und auf einsame Inseln geflüchtet sind... „Ein warmherziger, frisch inszenierter und gespielter Unterhaltungsfilm“ urteilt das Lexikon des internationalen Films – wir zeigen ihn anlässlich des 100. Geburtstags von Magda Schneider im April dieses Jahres, vier weitere ihrer Filme – teils mit ihr in der Hauptrolle, teils ebenso wie dieser Film mit ihrer Tochter Romy Schneider gemeinsam vor der Kamera – werden im Mai im Murnau Filmtheater Wiesbaden zu sehen sein ( Programm siehe www.murnau-stiftung.de )
 
DIF

Mo

8.06.09

20.00

Comic on Screen
Crumb
USA 1994, 119 Min., OmU, FSK: ungeprüft
Regie: Terry Zwigoff
Kamera: Maryse Alberti
Musik: David Boeddinghaus
Mit Robert Crumb

Crumb

Ein seltsamer Vogel, dieser Crumb. Mit dicker Brille und dünnem Schnurrbart. Ein Althippie, besessen von Frauen mit ausladenden Hintern. Eine manisch zeichnende Kinderseele. Ein Comicgenie, eine Kultfigur des Undergrounds. Regisseur Terry Zwigoff beleuchtet das Phänomen in einem Dokumentarfilm, gegründet auf intelligenter und visueller Neugierde. Was zunächst wie ein Porträtfilm über den legendären amerikanischen Karikaturisten und Cartoonisten aussieht, nimmt bald selbst die Form eines Comic Strips in bewegten Bildern an und wird zu einer äußerst unterhaltsamen Meta-Bildergeschichte mit Figuren aus der Welt des Künstlers. Mit gleich zwei Preisen beim Festival in Sundance (sowie über weiteren 10 Preisen) ausgezeichnet!

„Ein auf der Grundlage eines persönlichen Vertrauensverhältnisses entworfenes intensives, fast privates Porträt einer widersprüchlichen Künstlerpersönlichkeit, die hinter Sarkasmus und beißender Selbstironie ein verletzbares Wesen verhüllt. Parallel dazu formt sich das plastische Bild einer ganzen Epoche, ohne in Mythenbildung zu verfallen. Der Film verzichtet auf Versuche, die Ästhetik der Comics in filmische Sehkonventionen zu übersetzen.“ (Lexikon des Internationalen Films)
 
DIF

Di

9.06.09

15.30

Rückblende – Film ab
Ich denke oft an Piroschka
D 1955, 96 Min., FSK: ab 6
Regie: Kurt Hoffmann
Buch: Per Schwenzen, Joachim Wedekind, Hugo Hartung nach dem gleichnamigen  Roman von Hugo Hartung
Kamera: Richard Angst
Musik: Franz Grothe
Mit Liselotte Pulver, Gunnar Möller, Gustav Knuth, Margit Symo

Ich denke oft an Piroschka

In einer langen Rückblende erinnert sich der Schriftsteller Andreas an seine große Jugendliebe. Als Austauschstudent reiste er damals mit dem Schiff nach Budapest, wo er sich in Greta, eine junge Sekretärin, verliebte. Da Andreas aber am nächsten Tag weiter in die Puszta musste, versprachen beide, sich dort wiederzusehen.
An seinem Bestimmungsort angekommen, lernte er alsbald Piroschka, die reizende und temperamentvolle 17-jährige Tochter des örtlichen Stationsvorstehers kennen – und es war Liebe auf den ersten Blick. Beide verlebten wunderbare Tage, und der bezaubernden Piroschka gelang es, den etwas spröden und unbeholfenen Andreas aufzulockern. Doch eines Tages erhielt der Student einen Brief von Greta; aber Piroschka ließ sich so leicht nicht abschütteln und folgte Andreas bis zum Plattensee ...
www.filmportal.de – Das Internetportal des deutschen Films

DIF und Seniorenbeirat in der Landeshauptstadt Wiesbaden

Di

9.06.09

18.30

Sexploitation and Experimentation: The Many Shades of Pink Film
No Love Juice: Rustling in the Bed
Japan 1999, 58 Min., OmeU, FSK: ungeprüft
Regie: Yuji Tajiri
Buch: Kosuke Takeda
Kamera: Masahide Iioka
Mit: Atsumi Kubota, Mikio Sato, Yumika Hayashi, Yuji Sawayama

No Love Juice: Rustling in the Bed

Yojiro Takita, diesjähriger Oscargewinner für den besten fremdsprachigen Film für DEPARTURES, ist nicht der erste bedeutende japanische Regisseur, der dem fruchtbaren Hort der pinku eiga entstiegen ist. Seit 1962 bringt dieses 35mm-Low-Budget-Independent Genre zahllose Regietalente, Anarchisten und Visionäre hervor. Denn solange vier bis fünf sexuelle Szenen eingebaut werden, sind aufregende filmische Experimente und sogar politische Agitation erlaubt: Berühmte Mainstream-Regisseure wie Masayuki Suo (SHALL WE DANCE?), Kiyoshi Kurosawa (TOKYO SONATA) oder Takahisa Zeze (PANDEMIC) sammelten erste Erfahrungen im Pink Film. Dennoch bleibt das Genre ein Opfer von Missverständnissen und Vorurteilen. Handelt es sich um Kunst oder (S)Exploitation? Wir freuen uns, in Kooperation mit Nippon Connection Frankfurt einige der herausragendsten Produktionen der letzten Jahrzehnte zu präsentieren und überlassen die Entscheidung Ihnen, dem Publikum. Den Auftakt der Reihe macht NO LOVE JUICE: Auf der Heimfahrt mit der letzten Bahn begegnet eine niedergeschlagene Büroangestellte einem attraktiven Studenten – der Beginn einer leidenschaftlichen Affäre. Aber wird sich ihr Altersunterschied als zu großes Hindernis erweisen? Ein berührender Liebesfilm, der den Wechsel des Genres zu introspektiveren Filmen bezeugt.

DIF

Di

9.06.09

20.00

Die Meuterei auf der Bounty
USA 1961, 183 Min., DF, FSK: ab 12
Regie: Lewis Milestone
Buch: Charles Lederer
Kamera: Robert L. Surtees
Musik: Bronislav KAper
Mit: Marlon Brando, Trevor  Howard, Richard Harris, Hugh Griffith

Die Meuterei auf der Bounty

Überzeugend besetzte und aufwendige Verfilmung der historisch beglaubigten Meuterei auf einem englischen Schiff, das Ende des 18. Jahrhunderts auf schnellstem Wege nach Haiti segeln soll, mit Marlon Brando in einer seiner legenärsten Rollen. Der Film galt damals als teuerster Film aller Zeiten – und überwältigt noch heute! Nach den beiden „Panzerkreuzer“-Filmen in der Vorwoche darf dieser legendäre Film nicht fehlen!

DIF

Mo

15.06.09

18.30

Sexploitation and Experimentation: The Many Shades of Pink Film
Gushing Prayer
Japan 1971, 72 Min., OmeU, FSK: ungeprüft
Regie: Masao Adachi
Buch: Masao Adachi
Kamera: Hideo Ito
Mit: Aki Sasaki, Hiroshi Saito, Yuji Soki, Susumu Iwabuchi

Gushing Prayer

Masao ADACHI, einer der experimentellsten und politisch radikalsten Regisseure seiner Zeit, erzählt eine unverblümte und schräge Geschichte im Umfeld der erfolglosen Studentenproteste der späten 1960er Jahre. Eine junge Frau, von ihrem Umfeld zu immer weiteren Exzessen angestachelt, begibt sich auf eine Odyssee sexueller Entdeckungen… Masao Adachi, geboren 1939, war Mitglied des Nihon University Film Study Club und einer der einflussreichsten Experimentalfilmer der 1960er. Später arbeitete er mit Nagisa Oshima und Koji Wakamatsu zusammen. Er trat der Japanischen Roten Armee bei und ging 1974 in den Mittleren Osten. 2000 kehrte er nach Japan zurück und drehte PRISONER / TERRORIST.

DIF

Mo

15.06.09

20.00

Fundstücke. Vergessene und übersehene Perlen des Films
Das alte Gewehr
Frankreich / Deutschland 1975, 103 Min., FSK: ab 18
Regie: Robert Enrico
Buch: Robert Enrico, Pascal Jardin, Claude Veillot
Kamera: Etienne Becker
Mit Philippe Noiret, Romy Schneider, Jean Bouise, Joachim Hansen, Madeleine Ozeray

Das alte Gewehr

Philippe Noiret in einer Glanzrolle als Arzt in einem Krankenhaus 1944. Aus Angst vor den Deutschen bittet er einen Freund, seine Frau und Tochter (Romy Schneider) in ein Dorf auf dem Lande zu bringen. Als er am Wochenende selbst dort hin fährt, stellt er fest, dass die Deutschen dieses Dorf schon besetzen. Seine Familie wurde auf brutalste Art und Weise ermordet. Er nimmt sich ein altes Jagdgewehr und begibt sich auf einen einsamen Rachefeldzug. (Der Film lief teilweise auch unter dem Titel ABSCHIED IN DER NACHT.)

DIF und :Ikonen: - das Kulturmagazin

Di

16.06.09

18.00

Inszenierter Karneval in Mainz
Die Fastnachtsbeichte
D 1960, 99 Min., FSK: ab 16
Regie: William Dieterle
Buch: Kurt Heuser nach der Novelle von Carl Zuckmayer
Kamera: Heinz Pehlke
Musik: Siegfried Franz
Mit:  Hans Söhnker, Gitty Daruga, Götz George, Friedrich Domin, Berta Drews

Die Fastnachtsbeichte

Auch wenn der Film beim Mainzer Karneval spielt, gedreht wurde er im Frühjahr, und hunderte Mainzer stellten als Statisten die Kulisse des Karnevals in Mainz zu gänzlich un-karnevalistischer Zeit nach – darum zeigen wir diesen Film auch ausserhalb der Karnevalsaison: ein verwickelter Kriminalfall nach einer Novelle von Carl Zuckmayer, der vor der schauprächtigen Kulisse des Mainzer Karnevals von 1913 spielt. Im Beichtstuhl des Doms ist ein Mord geschehen. Bei der Untersuchung der Tat stößt man auf seltsame Dinge, auf Menschen, die verdächtig erscheinen, auf Papiere, die verwirren. In vier Fastnachtstagen enthüllen sich menschliche Schuld und Verstrickung, vor dem lauten, fröhlichen Treiben. Das Makabere steht neben Heiterem, das Unerklärliche neben Mummenschanz, der zum Symbol für die Maske steht, hinter der sich der unbekannte Täter verbirgt.

DIF

Di

16.06.09

20.00

goEast präsentiert
Die Welt ist groß und Rettung lauert überall
BUL / D / HU 2008, 105 Min., OmU, FSK: ungeprüft
Regie: Stephan Komandarev
Buch: Kolle Stephan Komandarev, Yurii Dachev
Kamera: Emil Hristow
Musik: Stephan Valdobrev
Mit: Miki Manojlovic, Carlo Ljubek, Hristo Mutafchiev

Die Welt ist groß und Rettung lauert überall

Ein äußerst sympathisches Road-Movie, emotional fesselnd, ein wenig an die Filme Kusturicas erinnernt und doch ganz eigen – mit einem für ein Road-Movie sehr eigenem Transportmittel: Einem Tandem. Am Anfang steht der Tod. Bei einem Autounfall in der Nähe von Leipzig stirbt das Ehepaar Vasko und Yana. Nur ihr erwachsener Sohn Alexander überlebt, jedoch kann er sich an nichts vor dem Unfall erinnern. Als seine Grosseltern in Bulgarien von dem tragischen Unglück hören, bricht sein Grossvater auf, um seinen Enkel abzuholen. Dieser erkennt ihn nicht wieder und möchte auch nichts mit dem lebensfrohen Bulgaren zu tun haben. Lieber sitzt er apathisch in seinem Spitalzimmer herum und gibt sich seinem Schicksal hin. Dan akzeptiert die Zurückweisung durch seinen Enkel jedoch nicht und beschliesst, ihn mit nach Bulgarien zu nehmen, um ihn auf seine eigene Weise zu therapieren. Nach und nach öffnet sich Alexander, oder Sashko, wie er von Bai Dan genannt wird, und beschließt, die Reise mit seinem Großvater anzutreten. Mit einem Tandem! Es wird eine Reise in die eigene Vergangenheit, eine Rückkehr an Plätze, die schon 20 Jahre zuvor für Sashko bedeutend waren…

DIF

Mo

22.06.09

17.30

Hollywood-Schauspielkunst
Frost / Nixon
USA 2008, 122 Min., DF, FSK: ab 6
Regie: Ron Howard
Buch: Peter Morgan
Kamera: Salvatore Tonito
Musik: Hans Zimmer
Mit: Frank Langella, Michael Sheen, Kevin Bacon, Rebecca Hall, Oliver Platt, Sam Rockwell

Frost / Nixon

Drei Jahre lang schwieg Richard Nixon nach seinem Rücktritt in Folge der Watergate-Affäre, doch im Sommer 1977 ließ sich der stahlharte und überaus redegewandte Ex-Präsident auf eine exklusive Reihe von Fernsehgesprächen ein, um über seine Amtszeit zu sprechen. Die Erwartungen waren hoch, Einzelheiten über die Hintergründe des Spionagefalls zu erfahren. Nixons überraschende Wahl für den Moderatoren der Sendereihe fiel auf den bis dahin eher als windig bekannten britischen Moderator und Entertainer David Frost - wahrscheinlich in der Hoffnung, leichtes Spiel mit ihm zu haben, um sich so ohne große Gegenwehr einen Platz in den Herzen und Köpfen der Amerikaner zurückerobern zu können. FROST/ NIXON blickt vor und hinter die Kulissen dieser denkwürdigen Begegnung, die für beide zum öffentlichen Moment der Wahrheit wurde. Oscarpreisträger Ron Howard (A BEAUTIFUL MIND) bringt Peter Morgans (DIE QUEEN) Interpretation eines der faszinierendsten Duelle des Talkshow-Journalismus in die Kinos. Wie auch in der Broadway-Inszenierung von Morgans Stück spielen der mit einem „Tony“-Award ausgezeichnete Frank Langella und Michael Sheen die Hauptrollen als Richard Nixon und David Frost. Ganz großes Schauspielerkino!

DIF

Mo

22.06.09

20.00

Alfred Hitchcock
Vertigo
USA 1958, 128 Min., DF, FSK: ab 12
Regie: Alfred Hitchcock
Buch: Alec Coppel, Samuel Taylor nach dem Roman  von Boileau und Narcejac
Kamera: Robert Burks
Musik: Bernard Herrmann
Mit James Stewart, Kim Novak, Tom Helmore

Vertigo

PSYCHO, FENSTER ZUM HOF, DER UNSICHTBARE DRITTE – die Liste der unvergänglichen Meisterwerke von Alfred Hitchcock könnte man noch lange fortsetzen. In unserer Reihe mit Hitchcock-Filmen anlässlich der Aufführung von “39 Stufen” durch das Staatstheater Wiesbaden in der Wartburg kommen wir in diesem Monat zu einem der ganz großen Klassiker des Meisters des Spannungskinos: Das psychologisch brillanteste Werk des Regietitanen ist unbestritten VERTIGO. James Stewart glänzt als ehemaliger Polizist, der nach einem Zwischenfall traumatisiert ist und unter Höhenangst leidet. So kann er auch den Selbstmord einer Frau nicht verhindern, die er auf Bitte eines Schulfreundes überwachen soll. Als er jedoch einer Doppelgängerin der Toten begegnet, beginnt er ein doppeltes Spiel zu vermuten. In einer außergewöhnlichen Spannungsdramaturgie deckt Hitchcock hinter der fesselnden Kriminalgeschichte die Widersprüche im Innenleben der Hauptfigur auf. Eines der ganz großen Meisterwerke der Filmgeschichte.

DIF

Di

23.06.09

18.30

Sexploitation and Experimentation: The Many Shades of Pink Film
Abnormal Family: Older Brother’s Bride
Japan 1984, 62 Min., OmeU, FSK: ungeprüft
Regie: Masayuki Suo
Buch: Masayuki Suo
Kamera: Yuichi Nagata
Musik: Yoshikazu Suo
Mit James Kaoru Kaze, Mika Yamji, Usagi Aso, Ren Osugi, Shiro Shimomoto

Abnormal Family: Older Brother’s Bride

Eine geniale Parodie auf die Werke Yasujiro Ozus, dem Großmeister des japanischen Familiendramas, das die Mitglieder einer äußerst ungewöhnlichen Familie vorstellt. Die Kameraeinstellungen, der Schnitt, sogar die Schauspieler sehen denen von Ozu zum verwechseln ähnlich. Vom Ausnahmetalent und späteren Regisseur der überragenden und populären Ballsaalkomödie SHALL WE DANCE?, Masayuki Suo. Dieses sein Regiedebut sollte sein einziger Pink Film bleiben – danach bekam er Angebote für zahlreiche Filme und drehte preisgekrönte Komödien.

DIF

Di

23.06.09

20.00

Hollywood-Schauspielkunst
Frost / Nixon
Siehe 22.06.

Mo

29.06.09

18.30

Sexploitation and Experimentation: The Many Shades of Pink Film
Tears of Ecstasy
Japan 1995, 61 Min., OmeU, FSK: ungeprüft
Regie: Hiroyuki Oki
Buch: Hiroyuki Oki Kiyomi Ito
Kamera: Go Tohara
Musik: John Zorn
Mit Tomoko Taguchi, Akiko Osugi, Hotaru Hazuki, Kiyomi Ito

Tears of Ecstasy

Hiroyuki Oki, bekannt für seine Arbeit in der experimentellen und schwulen Filmszene Japans, drehte mit TEARS OF ECSTASY seinen einzigen heterosexuellen Pink Film – und einen der formal radikalsten des Genres, mit exakt 60 Einstellungen á 60 Sekunden Länge. Der geniale Soundtrack stammt von keinem Geringeren als John Zorn! Hiroyuki Oki, geboren 1964, begann während seines Architekturstudiums Videos zu drehen. Sein Film SWIMMING PROHIBITED gewann 1990 den Spezialpreis der Jury beim Image Forum Festival. Seine künstlerische Arbeit umfasst Live Filmvorführungen, Installationen, Körperperformances, Zeichnungen und Malerei, zudem ist er auch international aktiv.

DIF

Mo

29.06.09

20.00

Hollywood-Schauspielkunst
The Wrestler
USA 2008, 105 Min., OmU, FSK: ab 12
Regie: Darren Aronofsky
Buch: Robert D. Siegel
Kamera: Maryse Alberti
Musik: Clint Mansell
Mit Mickey Rourke, Marisa Tomei, Evan Rachel Wood, Mark Margolis

The Wrestler

Dieser Film vereint gleich eine ganze Reihe von Comebacks: das von Regisseur Darern Aronofsky, nach PI und REQUIEM FOR A DREAM hochgejubelt, nach THE FOUNTAIN jedoch fast schon totgeschrieben, feiert mit diesem Film seinen größten Erfolg und gewann u. a. den Goldenen Löwen in Venedig. Mickey Rourke, früherer Schauspielstar, kehrt triumphal auf die Leinwand zurück – und auch Randy "The Ram" Robinson, sein Filmcharakter, versucht sich an einem Comeback. Eigentlich hat der Arzt dies dem ehemaligen Wrestler verboten, und selbst mit der üblichen Dosis an Steroiden lässt sich der körperliche Verfall nicht mehr aufhalten, doch Randy liebt das Rampenlicht. Obwohl er langsam in ein normales Leben zu finden scheint, den Kontakt zu seiner lang entfremdeten Tochter wieder aufnimmt, in der Stripperin Cassidy eine Seelengefährtin findet, ist Wrestling eben nicht nur ein Job, sondern eine Berufung und ein Schicksal. Ein moderner Sofort-Klassiker über Liebe, Einsamkeit und die Lockungen der großen Bühne, denen man sich nicht entziehen kann.

DIF

Di

30.06.09

17.30

Hollywood-Schauspielkunst
The Wrestler
Siehe 29.06.

Di

30.06.09

20.00

Neues Deutsches Kino
Weiße Lilien
D / A / LUX / HU 2007, 96 Min., FSK: ab 16
Regie: Christian Frosch
Buch: Christian Frosch
Kamera: Busso von Müller
Musik: Andreas Ockert
Mit Brigitte Hobmeier, Martin Wuttke, Johanna Wokalek, Erni Mangold, Gabriel Barylli

Weiße Lilien

Hannah lebt in einer neondurchfluteten Wohneinheit in der futuristischen "Neustadt", einem Ort der Sicherheit und der Kontrolle. Als sie ihren gewalttätigen und krankhaft eifersüchtigen Ehemann verlässt und in ein neues Appartement zieht, gerät ihr Leben aus der Bahn. Sie entdeckt, dass jene Frau, die das Appartement zuvor bewohnte, unter mysteriösen Umständen ums Leben kam. Freunde von ihr werden verhaftet, und dann verschwindet auch ihr Ehemann spurlos. Hannah wird zur Hauptverdächtigen. Von ihrem Liebhaber und den neuen Nachbarn wird sie aufmerksam beobachtet und gerät langsam in die Sicherheitsmaschinerie von Neustadt. Nur die Freundschaft zu der geheimnisvollen Anna, die sich gegen die Kontrollmechanismen der Neustadt auflehnt, gibt ihr Halt und Hoffnung. Die Grenzen zwischen Manipulation und Halluzination verschwimmen, und beide Frauen werden zum Teil einer Verschwörung, bei der Freund und Feind immer schwerer zu unterscheiden sind. Zwischen Science-Fiction und Verschwörungsthriller erzählt Regisseur Christian Frosch die Geschichte einer jungen Frau in einer nicht mehr allzu fernen Zukunft. In faszinierenden Bildern katapultiert WEISSE LILIEN nicht nur seine Hauptfigur, sondern auch den Zuschauer in eine Tour de Force aus Hochspannung und nervenaufreibender Intensität. Ein fesselnder Verschwörungs- und Liebes-Thriller über die Angst und Paranoia, die sich tief im Herzen einer modernen Überwachungsgesellschaft festgesetzt hat.

DIF