Mo

2.03.09

18.00

Stummfilm mit Musik
Die Straße
D 1923, 90 Min., FSK: ungeprüft
Regie: Karl Grune
Live-Musik von und mit Uwe Oberg (Piano)
Buch: Karl Grune, Julius Urgiß nach einem Entwurf von Carl Mayer
Kamera: Karl Hasselmann
Mit: Eugen Klöpfer, Lucie Höflich, Aud Egede Nissen, Anton Edthofer, Max Schreck

Die Straße

Ein Kleinbürger möchte einmal aus seinem eintönigen Leben ausbrechen, seinen dumpfen Ehealltag vergessen und stürzt sich in das Treiben der nächtlichen Großstadt. Angezogen von den Verlockungen, geht er mit einer Dirne in ein Tanzlokal, wo gerade ihre Komplizen einem Naiven das Geld beim Spiel aus der Tasche ziehen wollen...

„Im Genre des Melodrams ist DIE STRASSE von Karl Grune der Archetypus aller deutschen Filme überhaupt. Es ist die Geschichte eines Spießers, der von den Schatten, die die Straße an die Decke seiner Wohnung wirft, angezogen wird, ins unbekannte Abenteuer auszubrechen, um nach einigen enttäuschenden Begegnungen – wobei nie die Prostituierte mit dem großen Herzen fehlen darf – schließlich nach Hause zurückzukehren, sich vor Frau oder Mutter auf die Knie zu werfen und seinen Kopf in ihren Schoß zu betten. Die Hauptpersonen des deutschen Films sind (wie eh und je) die ewig Pubertierenden, die kurz rebellieren, um sich dann zu unterwerfen. Später, Ende der zwanziger, Anfang der dreißiger Jahre, kehren diese Helden nicht mehr zu Frau und Mutter ins Plüschwohnzimmer zurück, sondern finden Zuflucht im Schoß der Sportverbände und Jugendbewegungen; sie unterwerfen sich dem Vaterland und seiner neuen Naziordnung statt der Familie, doch das Grundmuster ist immer dasselbe: es spiegelt Menschen, die nicht erwachsen sein wollen, und den Infantilismus einer Epoche, den wir wiederfinden in Adenauers Nachkriegsdeutschland, dessen Filme dieses ganze eskapistische, autoritätsgläubige Handlungsmuster noch einmal wiederholen.“ (Volker Schlöndorff)

DIF

Mo

2.03.09

20.00

Neues Deutsches Kino
Die Geschichte vom Brandner Kaspar
D 2008, 100 Min., FSK: ab 6
Regie: Joseph Vilsmaier
Buch: Klaus Richter
Kamera: Jörg Widmer
Musik: Christian Heyne
Mit: Franz-Xaver Kroetz, Michael "Bully" Herbig, Lisa Potthoff, Detlef Buck, Herbert Knaup

Die Geschichte vom Brandner Kaspar

Der Brandner Kaspar (Franz-Xaver Kroetz), ein verwitweter Büchsenmacher, lebt in der Mitte des 19. Jahrhunderts mit seiner Enkelin Nannerl (Lisa Potthoff) in den Bergen am Schliersee. Mit dem jungen Toni (Peter Ketnath), der Nannerl den Hof macht, bessert er sein schmales Einkommen durch Wilderei in den Wäldern der Umgebung auf. Kurz vor seinem siebzigsten Geburtstag besucht ihn der Tod und will ihn mitnehmen. Der schlaue Kaspar macht den ungebetenen Gast mit Kirschgeist betrunken und betrügt ihn dann beim Kartenspielen, um weitere Lebensjahre herauszuschinden...

Der “Brandner Kaspar” ist eines der populärsten Volksstücke in deutscher Sprache und erlebte bereits zwei Verfilmungen  sowie zahllose Bühnenaufführungen. Joseph Vilsmaier (HERBSTMILCH, COMEDIAN HARMONISTS) inszenierte das Stück nun mit hervorragenden Schauspielern und wundervollen Naturaufnahmen und schuf eine sehr unterhaltsame, rundum gelungene Heimatkomödie.

DIF

Di

3.03.09

18.00

Neuer Deutscher Film
Die Geschichte vom Brandner Kaspar
Siehe 02.03.

Di

3.03.09

20.00

goEast präsentiert
Liebe und andere Verbrechen
USA 2007, 122 Min., DF, FSK: ab 16
Regie: Neil Jordan
Buch: Stefan Arsenijevic, Bojan Vuletic, Srdan Koljevic
Kamera: Simon Tansek
Musik: Oliver Welter
Mit Anica Dobra, Vuk Kostic, Fedja Stojanovic, Milena Dravic

Liebe und andere Verbrechen

LIEBE UND ANDERE VERBRECHEN war 2008 im Wettbewerb von goEast einer der Filme, bei dem sich die Meinung von Jury und Publikum sehr nahe kam: Das Publikum zeigte sich begeistert, die Jury zeichnete Stefan Arsenijevic mit dem Preis der Stadt Wiesbaden für die beste Regie aus. Sein Langfilmdebut erzählt in leisen Bildern die Tragödie einer Handvoll Menschen, die er liebevoll durch eine rauhe Geschichte begleiet: Die bevorstehende Eröffnung eines großen Supermarktes im Viertel macht dem väterlichen Bandenchef Milutin Sorgen. Er weiß, dass seine Haupteinnahmequelle – Schutzgelder, die er bei den örtlichen Geschäftsleuten eintreibt – bedroht ist. Und weil diese Erkenntnis nicht die einzige ist, die ihn bedrückt, verfällt er in tiefe Schwermut. Schwermütig ist auch seine jugendliche Tochter Ivana, die vom Nachbarn Stanislaw regelmäßig mit viel Überredungskunst von der Dachkante gerettet wird. Als treuer Erfüllungsgehilfe ihres Vaters schreckt der junge Mann trotzdem nicht vor drastischen Mitteln zurück, wenn jemand zwischen die Fronten der beiden verfeindeten Schutzgeldbanden gerät. Stanislaws Herz aber schlägt mit kindlicher Verehrung nur für eine Frau: Anica, früher seine Nachhilfelehrerin und jetzt die Geliebte Milutins. Diese ahnt nichts, ist einsam und unglücklich und hat darum im Stillen beschlossen, fortzugehen, um ein neues Leben zu beginnen. Ihre heimlichen Abschiedsbesuche bei Freunden und Angehörigen durchtränken den längst in Auflösung begriffenen Mikrokosmos des Wohnblocks mit melancholischer Endzeitstimmung. In dieser frostigen Kulisse kommen sich Anica und Stanislaw behutsam näher – wohl wissend, dass es für ihre Liebe bereits zu spät ist. Der Film wird demnächst seinen regulären Bundesstart haben!

DIF

Mo

9.03.09

17.30

Neu im DIF
Die Trapp-Familie
D 1956, 105 Min., FSK: ab 6
Regie: Wolfgang Liebeneiner
Buch: Georg Hurdalek, frei nach den Lebenserinnerungen der Baronin Maria Trapp
Kamera: Werner Krien
Musik: Franz Grothe
Mit: Ruth Leuwerik, Hans Holt, Maria Holst, Josef Meinrad, Friedrich Domin

Die Trapp-Familie

Dem verwitweten Baron Trapp fällt es zunehmend schwerer, sich um seine sieben Kinder zu kümmern. Als Unterstützung bekommt er von einem benachbarten Kloster die Novizin Maria zugeteilt. Mit ihrer warmherzigen Art gewinnt Maria jedoch nicht nur die Zuneigung der Rasselbande, sondern auch die des Barons. Schließlich entscheidet sich Maria, mit dem Segen der Äbtissin, zur Heirat. Während der Salzburger Festspiele gewinnt Maria mit den Kindern einen Gesangswettbewerb und die Trapp-Familie macht fortan als Gesangstruppe Karriere. Als Österreich von den Nazis annektiert wird, entschließt sich Baron Trapp, mit seiner Familie nach Amerika auszuwandern. Die deutsche Version des US-amerikanischen Musicalklassikers THE SOUND OF MUSIC (MEINE LIEDER, MEINE TRÄUME).
www.filmportal.de

DIF

Mo

9.03.09

20.00

Fundstücke. Vergessene und übersehene Perlen des Films
Der Hexenjäger
GB 1968, 86 Min., DF, FSK: ab 18
Regie: Michael Reeves
Buch: Tom Baker, Michael Reeves nach dem Roman von Ronald Bassett
Kamera: John Coquillon
Musik: Paul Ferris
Mit Vincent Price, Ian Ogilvy, Hilary Dwyer, Rupert Davies

Der Hexenjäger

Nur vier Filme drehte Michael Reeves als Regisseur, bevor er im Alter von nur 25 Jahren starb. In diesen Filmen arbeitete er mit Schauspielern wie Christopher Lee, Donald Sutherland, Boris Karloff und zuletzt Vincent Price - und insbesonders dieser letzte Film zählt heute noch als Meisterwerk des Horrorfilms, obwohl es im Grunde gar kein Horrorfilm ist, sondern ein epischer Historienfilm mit drastischen Gewaltszenen. In Großbritannien herrschen 1645 nach drei Jahren Bürgerkrieg Chaos und Anarchie. Den zunehmenden Aberglauben nutzt der skrupellose Matthew Hopkins aus, der als Hexenjäger übers Land zieht. Wen er foltert und hinrichtet hängt im wesentlichen davon ab, wer wie viel zahlt - und wie willig Frauen, die er als Hexen angeklagt hat, seine Wünsche erfüllen. Doch als er einen Pastor tötet und dessen Tochter als Hexe anklagt, beginnt deren Verlobter eine gnadenlose Jagd. Ein gewaltiger und unendlich pessimistischer Film mit einem hervorragenden Vincent Price, der hier auf jede Ironie und Augenzwinkern verzichtet, sondern höchst überzeugend einen durch und durch bösen Charakter verkörpert.

DIF und :Ikonen: - das Kulturmagazin

Di

10.03.09

15.30

Rückblende – Film ab
Der große Diktator
USA 1940, 126 Min., FSK: ab 12, OmU
Regie: Charles Chaplin
Buch: Charles Chaplin
Kamera: Karl Struss, Roland H. Totheroh
Musik: Charles Chaplin
Mit Charles Chaplin, Paulette Goddard, Jack Oakie, Reginald Gardiner, Billy Gilbert

Der große Diktator

Der Diktator Hynkel wird nach dem Einmarsch seiner Truppen in das Land Austerlich per Zufall mit seinem Doppelgänger, einem jüdischen Barbier, verwechselt. Der verstörte kleine Mann wagt es, statt der vom Regenten erwarteten Staatsrede einen flammenden Appell für Menschlichkeit, Gerechtigkeit und Friedne zu sprechen. Während junge Amerikaner eingezogen wurden, tat Chaplin das, was er am besten konnte, um sein Land zu unterstützen: Einen Film drehen. Obwohl Chaplin geschworen hatte, niemals einen „Talkie”, einen Tonfim, zu drehen, wurde sein erster Dialog-Film einer seiner größten Erfolge. Wie für einen Chaplin-Film üblich, so strotzt auch dieser Film nur so vor Slapstick und urkomischen Einfällen, doch der Film vergisst bei aller Komik nie sein Anliegen.

DIF und Seniorenbeirat in der Landeshauptstadt Wiesbaden

Di

10.03.09

18.00

Wiesbadener Erstaufführung
Kanun – Blut für die Ehre
D 2008, 92 Min., OmU, FSK: ungeprüft
Regie: Marc Wiese
Buch: Marc Wiese
Kamera: Jörg Adams
Musik: Wasim Qassis

Kanun – Blut für die Ehre

In Nordalbanien wird das Leben der Menschen von der Blutrache bestimmt. Tausende Menschen können ihre Häuser aus Angst vor den Rächern nicht mehr verlassen. Ihnen droht der Tod, sobald sie über ihre Türschwelle treten. Diesen makaberen Aberwitz kann man als Westeuropäer nur schwer nachvollziehen. Doch Marc Wieses eindrücklicher, mit perfekt kadrierten Bildern inszenierter Dokumentarfilm findet Argumente, die, wenn auch nicht zur Einmischung, so doch zur Urteilsbildung aufrufen. Sein Film zeigt die Ohnmacht und Angst der Beroffenen. Etwa Christian, ein aufgeweckter Junge, dessen Familie auf der Flucht vor dem Rächer ist. Sie wissen nicht, wann die tödliche Kugel kommt. Der Vater zittert. „Der Rächer weiß jetzt, wo wir leben. Wir müssen sofort verschwinden.“, sagt der Mann leise. Er schaut zu seinen Söhnen herüber. „Soll er doch mich erschießen, aber nicht meine Kinder.“ Christian kennt jeden Riss und jede Unebenheit in der Wand vor ihm. Seit zwölf Jahren kann er das Zimmer nicht verlassen, weil sein Vater gemordet hat. Seine letzte Hoffnung ist die deutsche Ordensschwester Christina Färber. Sie ist eine Vermittlerin. Sie versucht das fast Unmögliche: Verfeindete Familien sollen auf ihre Rache verzichten und sich versöhnen. Nur in wenigen Fällen hat sie Erfolg. „Ich habe schon so viele Menschen mit einer Kugel im Kopf auf dem Boden liegen sehen“, sagt sie. Ein Film über die Familien der Blutrache, die nach dem Gesetz des Ehre leben und töten.

DIF

Di

10.03.09

20.00

Hitchcock
Der unsichtbare Dritte
USA 1959, 136 Min., OmU, FSK: ab 12
Regie: Alfred Hitchcock
Buch: Ernest Lehman
Kamera: Robert Burks
Musik: Bernard Herrmann

Der unsichtbare Dritte

Mit Cary Grant, Eva Marie Saint, James MasonDer New Yorker Werbefachmann Roger O. Thornhill (Cary Grant) wird von Spionen für einen Regierungsagenten gehalten. Er gerät in eine Serie von abenteurlichen Irrtümern und Missverständnissen, als er von den Spionen und gleichzeitig der Regierung quer durch die ganzen USA verfolgt wird, nur unterstützt von Eve Kendall (Eve Marie Saint), einer ihm unbekannten schönen Blondine. Einer der besten und typischsten Filme von Alfred Hitchcock mit vielen legendären Szenen, wie zum Beispiel der Angriff eines Doppeldecker-Flugzeugs auf Cary Grant in einem Getreidefeld, das Finale am Mount Rushmore auf den in den Felsen gehauenen Präsidentenköpfen und dem nicht weniger legendären Schlussbild, dem in einen Tunnel einfahrenden Zug...

DIF

Mo

16.03.09

18.00

Neu im DIF
Gustav Adolfs Page
D / Österreich 1960, 93 Min., FSK: ab 12
Regie: Rolf Hansen
Buch: Juliane Kay, Tibor Yost, Peter Goldbaum nach einer Erzählung von C. F.  Meyer
Kamera: Günther Anders
Musik: Anton Profes
Mit Liselotte Pulver, Curd Jürgens, Ellen Schwiers, Walther Reyer, Helmut Schmid

Gustav Adolfs Page

Deutschland 1631. Die junge, burschikose Gustl lebt seit dem Tod ihres Vaters bei ihrem Onkel in Nürnberg. Seit ihrer Kindheit interessiert sie sich weniger für Haushalt und Küche als vielmehr für wilde Ausritte und Abenteuer. Als eines Tages Gustls großes Idol, der Schwedenkönig Gustav Adolf, Nürnberg besucht, verkleidet Gustl sich als Junge und nimmt eine Stelle als Page des gastierenden Königs an. Dann aber entdecken Adolfs Feinde das Rollenspiel und nutzen ihr Wissen für eine Intrige, die den König zu Fall bringen soll. www.filmportal.de

DIF

Mo

16.03.09

20.00

In memoriam Claude Berri
Willkommen bei den Sch´tís
F 2008, 100 Min., DF, FSK: ab 6
Regie: Dany Boon
Buch: Dany Boon, Alexandre Charlot, Franck Magnier
Kamera: Pierre Aim
Musik: Philippe Rombi
Mit: Kad Merad, Dany Boon, Zoé Félix, Lorenzo Ausilia-Foret, Anne Marivin

Willkommen bei den Sch´tís

Am 12. Januar 2009 starb im Alter von 74 Jahren der französische Regisseur, Drehbuchautor und Filmproduzent Claude Berri. Wir zeigen aus diesem Anlass nochmals den von ihm produzierten erfolgreichsten französischen Film aller Zeiten, der es mit weit über 20 Millionen Kinobesuchern in Frankreich geschafft hat, TITANIC von Platz 1 der All-Time-Charts zu stoßen. Verständlich, denn die Komödie über einen Postdirektor, der unfreiwillig aus der Provence ganz in den Norden Frankreichs an die Grenze Belgiens versetzt wird, ist wirklich urkomisch. Die dortigen Bewohner werden die „Ch’tis“ genannt und haben in etwa den Status wie in Deutschland die Ostfriesen – in Restfrankreich werden jede Menge Witze über sie gerissen. Der Film jedoch macht seine Witze nicht über, sondern mit den „Ch’tis“. Die deutsche Synchronfassung ist ebenso wie der Film selbst ein Meisterwerk, so dass nicht nur die großartige Situationskomik, sondern auch der Dialogwitz perfekt übertragen wird. Wir wünschen viel Vergnügen bei einer genialen Komödie!

DIF

Di

17.03.09

18.00

In memoriam Claude Berri
Willkommen bei den Sch´tís
Siehe 16.03.

Di

17.03.09

20.00

In memoriam Claude Berri
Willkommen bei den Sch´tís
Siehe 16.03.

Mo

23.03.09

18.00

Neu im DIF
Die Liebe einer Frau
D/F/I 1979, 102 Min., DF, FSK: ab 16
Regie: Constantin Costa-Gavras
Buch: Christopher Frank, Constantin Costa-Gavras
Kamera: Ricardo Aranovich
Musik: Jean Musy
Mit: Romy Schneider, Yves Montand, Romolo Valli, Lila Kedrová, Heinz Bennent

Die Liebe einer Frau

Constantin Costa-Gavras Drama begeistert vor allem mit seinen großartigen Darstellern, allen voran Romy Schneider und Yves Montand. Ein älterer Mann, der seine Frau durch einen Selbstmord verloren hat, begegnet in seiner trauernden Melancholie zufällig einer jüngeren Frau, deren Tochter durch einen Autounfall ums Leben gekommen ist. Vom ersten Moment an scheint zwischen ihnen eine ganz besondere Verbindung zu bestehen. In langen Gesprächen erzählen sie sich gegenseitig von ihren Sorgen und Ängsten. Schließlich planen sie, eine gemeinsame Reise zu unternehmen... www.filmportal.de

DIF

Mo

23.03.09

20.00

Neues Deutsches Kino
Der Mond und andere Liebhaber
D 2008, 101 Min., FSK: ab 12
Regie: Bernd Böhlich
Buch: Bernd Böhlich
Kamera: Florian Foest
Mit: Katharina Thalbach, Birol Ünel, Fritzi Haberlandt, Steffen Scheumann, Andreas Schmidt, Sarah Blaßkiewitz

Der Mond und andere Liebhaber

Der neue Film von Bernd Böhlich (DU BIST NICHT ALLEIN) erzählt die Geschichte einer leidenschaftlichen Frau, die nicht viel will, sondern einfach alles: Das Gefühl, am Leben zu sein. Als ihr ehemaliger Betrieb, eine Kosmetikbude, Pleite macht, reißt Hanna Kisten voller Parfüm an sich. Vom neuen Job an der Tankstelle, den stetigen Avancen von Knuti bis zu einer Reise in die Türkei hangelt sie sich durchs Leben -- bis sie ihrer großen Liebe begegnet. Doch Gansar ist gebunden. Hanna stürzt sich in eine Amour Fou, die sie einigen Überlebenswillen und mehrere Liter Parfüm kostet. Berührend, dramaturgisch ungewöhnlich und so provokant wie mitreißen, erzählt Bernd Böhlich ein lebhaftes und bezauberndes Kino-Märchen. Eine wunderbar lebenslustige und sinnliche Katharina Thalbach zeigt als Hanna, dass es im Leben nicht immer um Erkenntnis geht. Sondern um Leidenschaft.

DIF

Di

24.03.09

18.00

Neues Deutsches Kino
Der Mond und andere Liebhaber
Siehe 23.03.

Di

24.03.09

20.00

Comic on Screen
Ghost World
USA 2001, 112 Min., DF, FSK: ab 6
Regie: Terry Zwigoff
Buch: Daniel Clowes, Terry Zwigoff
Kamera: Alfonso Beato
Musik: David Kitay
Mit: Thora Birch, Scarlett Johansson, Steve Buscemi

Ghost World

Der Sommer nach dem Highschool-Abschluss in einer öden Kleinstadt: Die Teenager Enid (Thora Birch) und Rebecca (Scarlett Johansson) planen ihre Zukunft und sind auf der Suche nach einem Ferienjob, einer Wohnung und dem Sinn des Lebens. Während ihre Klassenkameraden alle aufs College gehen werden, wissen sie noch nicht, was nun kommt. Aus Langeweile antworten sie auf eine Kontaktanzeige und lassen den wartenden Typen dann einfach sitzen. Doch Enid spürt bald eine gewisse Faszination für ihr Opfer, den wesentlich älteren Plattensammler Seymour (Steve Buscemi). Beide entdecken immer mehr Gemeinsamkeiten und freunden sich an. Enid besorgt für Seymour ein Date, worauf dieser mit der spießigen Dana anbändelt. Erstmals spürt Enid so etwas wie Eifersucht. Die Verfilmung des gleichnamigen Underground-Comics von Daniel Clowes, der auch am Drehbuch beteiligt war, besticht durch großartige Darsteller und originelle Ideen - einer der wenigen Filme, bei denen man in keinem Moment vorhersehen kann, was als nächstes passiert.

DIF

Mo

30.03.09

17.30

Shakespeare – Neu im DIF
Ein Sommernachtstraum
USA/I/GB 1998, 120 Min., DF, FSK: ab 6
Regie: Michael Hoffman
Buch: Michael Hoffman nach dem Theaterstück von William Shakespeare
Kamera: Oliver Stapleton
Musik: Simon Boswell
Mit: Kevin Kline, Michelle Pfeiffer, Rupert Everett, Stanley Tucci, Calista Flockhart, David Strathairn, Sam Rockwell, Sophie Marceau

Ein Sommernachtstraum

Shakespeares Komödie um Irrungen und Wirrungen der Liebe im Zauberreich des Elfenkönigs wird in Michael Hoffmans Neuverfilmung mit Kevin Kline und Michelle Pfeiffer in die Toskana des 19. Jahrhunderts verlegt. Trotz opulenter Ausstattung und exzellenten Darstellern gilt auch hier einmal wieder, dass die wahre Klasse des Stücks niemand anderem als dem Autor des Originals zu verdanken ist. Hoffman hält sich nahe an die Vorlage und bringt damit eine der besten Verwechslungskomödien voller Frivolität, Charme und Witz zur vollen Entfaltung.

DIF

Mo

30.03.09

20.00

Filmwunsch
It´s a Free World
GB/I/D/E/P 2007, 92 Min., OmU, FSK: ab 12
Regie: Ken Loach
Buch: Paul Laverty
Kamera: Nigel Willoughby
Musik: George Fenton
Mit: Kierston Wareing, Juliet Ellis, Leslaw Zurek, Joe Siffleet, Colin Coughlin, Maggie Hussey

It´s a Free World

Mit emotionaler Wucht erzählt Ken Loachs neuester Film eine berührende Geschichte von Soll und Haben, die so hochaktuell wie zeitlos ist. Angie ist eine Individualistin und steht mitten im Leben. Taff, schlagfertig, attraktiv und selbstbewußt lebt in ihr der Unternehmergeist einer liberalen Wirtschaftswelt. Als sie ihren Job in einer Personalvermittlung verliert, läßt sie sich nicht beirren und beschließt, ihre eigene Agentur auf die Beine zu stellen. Sie steigt ein ins Geschäft mit Gastarbeitern aus Osteuropa. Doch hier ist das Geschäftsklima rau, sind Gesetze nur zum Übertreten da. Zusammen mit ihrer Freundin Rose verschafft sie legalen und illegalen Einwanderern Arbeit -- wenn auch nur für einen Tag. Doch der Erfolg macht hungrig und Angie ist bereit, für den nahenden Durchbruch alles aufs Spiel zu setzen. Sie verliebt sich in Karol aus Polen und gerät unversehens zwischen die Fronten aus Wirtschaftsbossen, Menschenhändlern und aufbegehrende Arbeitern. Als sich eines Tages ein Unternehmen in Luft auflöst, muss Angie einer aufgebrachten Masse Rede und Antwort stehen. Doch sie ist entschlossen, diesmal nicht leer auszugehen: Für ihr Glück ist sie bereit, alles zu tun und riskiert dabei das eigene Leben und das ihres Kindes. Kaum einem Regisseur gelingt es zur Zeit so konsequent, in seinen Geschichten die Strukturen einer Welt offenzulegen, in der Verantwortung und Solidarität verschwunden sind, und dabei perfekte Kinounterhaltung zu bieten. Packend und eindringlich erzählt Ken Loach ein hervorragend besetztes Drama zwischen Wirtschaftskrimi und Familiengeschichte.

DIF

Di

31.03.09

20.00

Shakespeare – Stummfilm mit Musikensemble
Hamlet
D 1920/21, 110 Min., FSK: ungeprüft
Regie: Svend Gade, Heinz Schall
Musik: Amphion Ensemble: Mika Degaita (Klavier), Heinz Hepp (Klarinette), Daria Balashova (Violoncello), Andreas Hepp (Schlagzeug)
Buch: Erwin Gepard
Kamera: Curt Courant, Axel Graatkjaer
Mit: Asta Nielsen, Fritz Achterberg, Mathilde Brandt, Paul Conradi
Musik: Amphion Ensemble: Mika Degaita (Klavier), Heinz Hepp (Klarinette), Daria Balashova (Violoncello), Andreas Hepp (Schlagzeug)

Hamlet

Die von Asta Nielsen selbst produzierte Verfilmung von HAMLET orientierte sich an der Veröffentlichung des amerikanischen Literaturwissenschaftlers Edward Payson Vining, die die Konstruktion der Geschlechterzugehörigkeit von Hamlet hinterfragt und einen kompletten Geschlechtertausch des Prinzen Hamlet (Asta Nielsen) vollzieht. Vom Film, der mit zwei Kameras gedreht wurde, ist kein Originalnegativ mehr erhalten. Eine englischsprachige Export-Fassung wurde 1935 im MoMA New York deponiert und gesichert. Verleihkopien dieser amerikanischen Fassung waren in den Sammlungen der Archive - in Deutschland im DIF - verfügbar. Mit einem Ankauf im Herbst 2005 gelangte eine originale Kinokopie der verschollen geglaubten deutschen Premierenfassung in unser Archiv. Die wiederentdeckte deutsche Originalfassung weicht stark von der Amerikanischen ab, nicht nur durch die Verwendung anderer Kameraperspektiven, sondern zusätzlich durch einen vollkommen eigenständigen Schnitt. Die grundlegend unerschiedliche Wirkung beider Fassungen wird intensiviert durch die Ausdruckskraft der farblichen Gestaltung des deutschen Originals. Im Caligari ist nun erstmals die restaurierte Fassung zu sehen, mit der Musik des Amphion Ensembles. Ausgangspunkt für die Musik ist ein Fragment des Klavierauszugs (etwa für ein Drittel der Filmlänge) eines unbekannten Komponisten aus der Library of Congress in Washington, das vermutlich in den 20ern für die US-Filmfassung entstand. Der Musiker Andreas Hepp, Mitglied des HR-Sinfonieorchesters, hat auf jener Grundlage eine neu Instrumentierung geschaffen und an die Restaurierung der Originalversion angepasst. Mehr

Eintritt: 10,- Euro, ermässigt 8,- Euro

DIF