Mo

23.08.

18.00

125. Geburtstag G.W. Pabst
Kameradschaft
D 1931, 90 Min., FSK: ungeprüft
Regie: Georg Wilhelm Pabst
Buch: Ladislaus Vajda, Karl Otten, Peter Martin Lampel 
Kamera: Fritz Arno Wagner, Robert Baberske
Musik: G. von Rigelius
Mit Fritz Kampers, Alexander Granach, Ernst Busch, Elisabeth Wendt, Gustav Püttjer

Kameradschaft

Georg Wilhelm Pabst, geboren am 27. August 1885 in Raudnitz, verstorben am 29. Mai 1967 in Wien, zählt zu den großen Regisseuren der Filmgeschichte. Aus Anlass seines 125. Geburtstages zeigen wir eine Reihe seiner Filme im Caligari und im Murnau-Filmtheater (gegenüber dem Schlachthof Wiesbaden, Programminformationen zu den Pabst-Filmen dort gibt es auf www.murnau-stiftung.de) Den Auftakt der Reihe macht ein Film über ein Grubenunglück an der deutsch-französischen Grenze, wo nach dem Ende des Ersten Weltkriegs ein Klima von Feindseligkeit und Vorurteilen herrscht, trotztdem eilen die deutschen Bergarbeiter zur Hilfe, die sich gefährlich gestaltet. Das Lexikon des internationalen Films urteilt: „In dokumentarischem Stil gehaltener Film, mit gleichermaßen virtuosen wie realistischen Aufnahmen der Arbeitsbedingungen unter Tage; ein packendes Zeugnis völkerverbindender Menschlichkeit.“

DIF

Mo

23.08.

20.00

125. Geburtstag G.W. Pabst
Die Dreigroschenoper
Deutschland 1931, 110 Min., FSK: ab 16
Regie: Georg Wilhelm Pabst   
Buch: Leo Lania, Béla Balázs, Ladislaus Vajda, nach dem Bühnenstück von Bertholt Brecht
Kamera: Fritz Arno Wagner
Musik: Kurt Weill, Theo Mackeben
Mit Rudolf Forster, Carola Neher, Reinhold Schünzel, Fritz Rasp, Valeska Gert, Ernst Busch

Die Dreigroschenoper

Gangsterballade von Mackie Messer, der vom Bettlerkönig Peachum, dessen Tochter er heimlich geheiratet hat, an den Galgen gebracht werden soll. Als Peachum jedoch durch die störende Demonstration seiner Bettler bei den Krönungsfeierlichkeiten in Schwierigkeiten kommt, sind er und sein Gönner, der korrupte Polizeichef Tiger Brown, froh, in der neugegründeten Bande Mackies unterzuschlüpfen. Obgleich Brecht (vergeblich) die Aufführung des Films gerichtlich zu verhindern suchte, weil der Stil und die Handlungsänderungen ihn nicht zufriedenstellten, handelt es sich per saldo um eine gelungene Adaption mit spezifisch filmischen Vorzügen und einer bestechenden Besetzung.

DIF

Mo

24.08.

18.00

125. Geburtstag G.W. Pabst
Westfront 1918
D 1930, 97 Min., FSK: ab 16
Regie: Georg Wilhelm Pabst
Buch: Ladislaus Vajda, Peter Martin Lampel
Kamera: Fritz Arno Wagner, Charles Métain
Musik: Alexander Laszlo
Mit Fritz Kampers, Gustav Diessl, Hans Joachim Moebis, Claus Clausen, Gustav Püttjer

Westfront 1918

G. W. Pabst drehte WESTFRONT 1918 im Jahr 1930 als Reaktion auf die heraufziehende Remilitarisierungstendenz, es war wenig verwunderlich, dass der Film im April 1933 von der NS-Zensur verboten wurde. An der Westfront 1918 liegen vier Infanteristen während einer Ruhepause bei einem französischen Bauern im Quartier. Bald müssen sie wieder in den Graben zurück. Durch einen Granateinschlag werden drei von ihnen verschüttet, doch unter Aufbietung aller Kräfte schaufelt der vierte seine Kameraden heraus. Doch das verschafft ihnen nur eine kurze Ruhepause. Das Lexikon des internationalen Films urteilt: „Vor allem der erschütternd harte Realismus des Films (er erschien zeitgleich mit IM WESTEN NICHTS NEUES, dem er an künstlerischer Kraft nur wenig nachsteht) fordert zur Auseinandersetzung mit dem Grauen des Krieges heraus.“

DIF

Di

24.08.

20.00

In memoriam Frank Giering
Absolute Giganten
D 1999, 80 Min., FSK: ab 6, FBW: besonders wertvoll
Regie: Sebastian Schipper
Buch: Sebastian Schipper
Kamera: Frank Griebe
Musik: The Notwist
Mit Frank Giering, Florian Lukas, Antoine Monot Jr., Julia Hummer, Jochen Nickel

Absolute Giganten

Im Alter von nur 38 Jahren verstarb Frank Giering, der zu den talentiersten deutschen Schauspielern seiner Generation zählte. Bekannt wurde er die Hauptrolle in FUNNY GAMES, neben Kinofilmen wie BAADER und HIERANKL war er auch in TV-Produktionen wie der Krimiserie „Der Kriminalist“ zu sehen. Wir zeigen im Caligari aus diesem traurigen Anlass den Film, der 1999 Frank Gierings Durchbruch bedeutete und der mittlerweile Kultstatus genießt: ABSOLUTE GIGANTEN. Eine zweijährige Bewährungsauflage hat den schweigsamen, charismatischen Floyd an Hamburg und ein Leben gefesselt, daß ihn nur dann glücklich machte, wenn er mit seinen Freunden, dem liebenswerten Großmaul Ricco und dem stillen Genießer Walter auf die Piste ging. Als seine Bewährung aufgehoben wird, ändert sich plötzlich alles schlagartig: Als freier Mann heuert Floyd auf einem Dampfer an, der schon am nächsten Morgen Richtung Singapur auslaufen wird. Die Stunden davor sollen unvergeßlich werden und die drei Freunde stürzen sich in ihre letzte gemeinsame Nacht. Es wird die Nacht ihres Lebens. Eine melancholische Komödie über Freundschaft, Abschied und das Lebensgefühl der neunziger Jahre.

Mo

30.08.

17.30

125. Geburtstag G.W. Pabst
Der Prozess
Österreich 1947/1948, 106 Min., FSK: ab 16
Regie: Georg Wilhelm Pabst
Buch: Kurt Heuser, Rudolf Brunngraber, Emeric Roboz
Kamera: Oskar Schnirch, Helmuth Ashley
Musik: Alois Melichar
Mit Ernst Deutsch, Ewald Balser, Marianne Schönauer, Josef Meinrad, Ernst Waldbrunn

Der Prozess

Nach einem authentischen Fall aus dem Jahr 1882 legt Pabst in seinem ersten Nachkriegsfilm die Tradition des Antisemitismus bloß. In einem ungarischen Dorf verschwindet ein junges Mädchen, die Magd Esther. Gerüchte verdächtigen die ortsansässigen Juden des Ritualmordes. Der Baron Odony setzt einen übereifrigen Untersuchungsrichter ein, der durch brutale Verhörmethoden ein „Geständnis“ des Tempeldieners Moritz erzwingt. Daraufhin wird die Synagoge niedergebrannt, und obwohl mittlerweile die Leiche des Mädchens aufgetaucht ist, das Selbstmord begangen hat, werden die jüdischen Gemeindemitglieder verhaftet und vor Gericht gestellt. www.filmportal.de

DIF

Mo

30.08.

20.00

Filmwunsch
Everybody´s Fine
USA/ Italien 2009, 99 Min., DF, FSK: ab 6
Regie: Kirk Jones
Buch: Kirk Jones
Kamera: Henry Braham
Musik: Dario Marianelli
Mit: Robert De Niro, Drew Barrymore, Kate Beckinsale, Sam Rockwell

Everybody´s Fine

Für einen Witwer beginnt nach dem Tod der geliebten Frau ein neuer Lebensabschnitt. Die Kinder sind längst aus dem Haus gezogen, in dem er sich plötzlich irgendwie allein und verlassen fühlt. Ein Familientreffen sagen sie alle praktisch in letzter Minute ab – so kommt Frank auf die Idee, seinen Kindern einen Überraschungsbesuch abzustatten, und so beginnt er eine Reise quer durch das Land. 1990 begeisterte Marcello Mastoriani in Giuseppe Tornatores ALLEN GEHT’S GUT. 20 Jahre später kommt nun das Hollywood-Remake zu diesem wunderbaren Film, und wer anders als Robert De Niro könnte diese großartige Rolle übernehmen – und so hervorragend umsetzen? Nachdem De Niro in letzter zeit viel zu oft in zweit- bis drittklassigen Filmen zu sehen war, kann er hier wieder einmal seine ganze schauspielerische Klasse unter Beweis stellen, mit einer nuancierten Darstellung, die zwischen bittersüßen, heiteren und tragischen Tönen genau zu unterscheiden weiß. Der Brite Kirk Jones hat in seinem Hollywood-Debüt etwas sehr Eigenständiges aus Tornatores wunderbarem Film gemacht – und ebenfalls einen erstklassigen Film geschaffen, gefühlvoll, melancholisch, mit einigen großartigen Darstellern (Drew Barrymore, Kate Beckinsale, Sam Rockwell) – doch Robert DeNiro glänzt über allen.

DIF

Di

31.08.

18.00

Filmwunsch
Everybody´s Fine
Siehe 30.08.

Di

31.08.

20.00

Filmwunsch
Everybody´s Fine
Siehe 30.08.

Mo

6.09.

18.00

80. Geburtstag Mario Adorf
Nachts, wenn der Teufel kam
D 1957, 99 Min., FSK: ab 12, FBW: besonders wertvoll
Regie: Robert Siodmak
Buch: Werner Jörg Lüddecke
Kamera: Georg Krause
Musik: Siegfried Franz
Mit Claus Holm, Mario Adorf, Hannes Messemer, Peter Carsten, Karl Lange

Nachts, wenn der Teufel kam

Am 8. September feiert der 1930 in Zürich geborene Schauspieler und Autor Mario Adorf seinen 80. Geburtstag – Anlass für uns, eine Reihe seiner wunderbaren Filmrollen wieder einmal auf der Caligari-Leinwand erscheinen zu lassen. Nach einigen kleineren Filmrollen wurde Mario Adorf durch NACHTS, WENN DER TEUFEL KAM bekannt – und war danach auf viele Jahre auf Schurkenrollen festgelegt. Der packende Krimi mit zeitpolitischem Hintergrund (der Fall eines Massenmörders, der auf höhere Anweisung vertuscht werden soll, bringt den ermittelnden Kriminalkommissar in Konflikte mit der SS) überzeugt nicht zuletzt durch die großartigen darstellerischen Leistungen sowohl von Claus Holm wie auch von Mario Adorf.
 
DIF

Mo

6.09.

20.00

Fundstücke. Vergessene und übersehene Perlen des Films
Bedways
Österreich / F2008, 110 Min., OmU, FSK: ab 12
Regie: Arash T. Riahi
Buch: Rolf Peter Kahl
Kamera: Fabian Knecht
Mit: Miriam Mayet, Matthias Faust, Lana Cooper

Bedways

DIF und :Ikonen: - das Kulturmagazin

Di

7.09.

17.30

80. Geburtstag Mario Adorf
Momo
D / Italien 1985, 100 Min., FSK: ab 6, FBW: wertvoll
Regie: Johannes Schaaf
Buch: Johannes Schaaf, Rosemarie Fendel, Michael Ende, Marcello Coscia nach dem Roman von Michael Ende
Kamera: Xaver Schwarzenberger
Musik: Angelo Branduardi
Mit Radost Bokel, Mario Adorf, Armin Müller-Stahl, John Huston, Leopoldo Trieste, Bruno Stori

Momo

Nachdem Michael Ende mit dem Film DIE UNENDLICHE GESCHICHTE nicht im geringsten zufrieden war, beteiligte er sich enger an der Verfilmung von MOMO – und zeigte sich im Anschluss sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Zurecht: Die Geschichte von dem kleinen Mädchen, das sich als Einzige gegen die grauen Herren zur Wehr setzt, die den Menschen ihre Zeit stehlen, ist ein wunderbarer Märchenfilm, der sich im Gegensatz zu DIE UNENDLICHE GESCHICHTE weniger auf bombastische Spezialeffekte setzt, sondern auf glaubhafte Charaktere und eine überzeugend vermittelte phantastische Atmosphäre verlässt.

DIF

Di

7.09.

20.00

Stummfilm mit Musik - 125. Geburtstag G.W. Pabst
Der Schatz
D 1922/23, 84 Min., FSK: ungeprüft
Regie: Georg Wilhelm Pabst
Buch: Willy Hennings nach einer Novele von Rudolf Hans Bartsch
Kamera: Otto Henings
Mit: Albert Steinrück, Lucie Mannheim, Ilka Grüning, Werner Krauß, Hans Brausewetter
Live-Musik von und mit: Uwe Oberg (Piano)

Der Schatz

Das Regiedebüt von Georg Wilhelm Pabst: Der Glockengießer Svetocar Badalic lebt mit seiner Frau Anna, seiner Tochter Beate und seinem Gehilfen Svetelenz in einem alten Haus am Rande eines österreicjischen Waldes. Wie es heißt, liegt unter den Grundmauern des Hauses ein Schatz aus der Zeit der Türkenkriege vergraben. Nächtlich und heimlich versucht Svetelenz diesen Schatz zu finden. Ein junger Goldschmied Arno, kommt in das Haus und verliebt sich in Beate. Arno findet den Schatz. Der Glockengießer, Anna und Svetelenz versuchen, Arno aus dem Weg zu räumen, zerstreiten sich dann aber in ihrer Gier untereinander.

DIF

Mo

13.09.

18.00

80. Geburtstag Mario Adorf
Das Mädchen Rosemarie
D 1958, 101 Min., FSK: ab 12
Regie: Rolf Thiele
Buch: Erich Kuby, Rolf Thiele, Jo Herbst, Rolf Ulrich
Kamera: Klaus von Rautenfeld
Musik: Norbert Schultze
Mit Nadja Tiller, Peter van Eyck, Carl Radtz, Gert Fröbe, Mario Adorf

Das Mädchen Rosemarie
 
1957 wurde in Frankfurt/Main die stadtbekannte ,Lebedame‘ Rosemarie Nitribitt ermordet. Zu ihren Kunden hatten angeblich auch prominente Industrielle gehört. Die Affäre Nitribitt schlug hohe Wellen, blieb aber unaufgeklärt. Der Journalist Erich Kuby verarbeitete den Stoff zu einem Drehbuchentwurf, der einen der umstrittensten und erfolgreichsten Filme der fünfziger Jahre inspirierte. Unter der sorgfältigen Regie Rolf Thieles, von satirischen Songs über Wirtschaftswunder und Remilitarisierung begleitet, glossiert der Film in einer Mischung aus Persiflage, Kabarett und Morität die Doppelmoral der bundesdeutschen Gesellschaft der Wiederaufbauzeit.
Lexikon des internationalen Films

DIF

Mo

13.09.

20.00

Neues Deutsches Kino
Parkour
D 2009, 100 Min., FSK: ab 12, FBW: besonders wertvoll
Regie: Marc Rensing
Buch: Rüdiger Heinze
Kamera: Ulle Hadding
Musik: Thomas Mehlhorn
Mit Christoph Letkowski, Nora von Waldstätten, Marion Kittel, Constantin von Jascheroff

Parkour
 
Während 2009 der deutsche Film mit 26,9 Prozent Marktanteil äußerst erfolgreich war, kämpft er 2010 darum, wenigstens einen zweistelligen Bereich zu halten – unverständlich, kamen doch sehr viele großartige, junge, frische, aufwühlende deutsche Filme im ersten Halbjahr in die Kinos, die zu Diskussionen anregten und von den – leider wenigen – Zuschauern, die sie gesehen haben, größtenteils begeistert aufgenommen wurden. Einige davon zeigen wir, zu Beginn PARKOUR, ein Film über drei Menschen, die Parkour-Laufen als große Leidenschaft haben. Marc Rensing, der für den Film mit dem Best New Director Award beim Festival in Hof ausgezeichnet wurde, nutzt die Trendsportart zum einen für rasante, faszinierende Bilder, aber auch, um einem packenden Psychodrama, das sich mit dem Problem der Eifersucht auseinandersetzt, ein rasantes Tempo und kraftvoll vibrierende Energie zu geben.

DIF

Di

14.09.

15.30

Rückblende - Film ab
Große Freiheit Nr. 7
D 1943/44, 109 Min., FSK: ab 6
Regie: Helmut Käutner
Buch: Helmut Käutner, Richard Nicolas
Kamera: Werner Krien
Musik: Werner Eisbrenner
Mit: Hans Albers, Ilse Werner, Hans Söhnker

Große Freiheit Nr. 7

Ein ehemaliger Seemann ist in St. Pauli als Stimmungssänger und Lebensgefährte einer Nachtlokal-Chefin gestrandet. Die unerfüllte Liebe zu einer sehr jungen Frau bringt den rauhen Seebären dazu, dem „Milieu“ lebewohl zu sagen und wieder auf einem Schiff anzuheuern. Deftiges Seemannsgarn verbindet sich mit nüchternem Realismus und heftigen Gefühlen, authentischer Atmosphäre und einem Hauch von Resignation. Der straff inszenierte Film zeigt Albers als Schauspieler und Sänger von seiner besten Seite. Er war im Dritten Reich - nicht aber im deutschbesetzten Ausland - verboten. Guter alter Kintopp, farblich reizvoll in Agfacolor gestaltet.

Ermäßigter Eintritt von 4,50 € für alle

DIF und Seniorenbeirat in der Landeshauptstadt Wiesbaden

Di

14.09.

18.00

Neues Deutsches Kino
Parkour
Siehe 13.09.

Di

14.09.

20.00

goEast präsentiert
Ich, Tomek
Polen / D 2009, 94 Min., OmU, FSK: ab 16, FBW: besonders wertvoll
Regie: Robert Glinski
Buch: Robert Glinski, Joanna Didik
Kamera: Petro Aleksowski
Musik: Cornelius Renz
Mit Filip Kulej, Anna Kulej, Daniel Furmaniak

Ich, Tomek
 
Tomek muss eine Reihe von Enttäuschungen durch seine engsten Mitmenschen einstecken und will nicht auch noch seine neue Freundin Marta verlieren. Das mühsam verdiente Geld des 16-jährigen reicht allerdings nicht aus, um Martas Verlangen nach Markenschuhen und einer Schönheits-Operation für ihre Zähne zu bezahlen. In der kleinen Stadt an der polnisch-deutschen Grenze gibt es aber noch bessere Verdienstmöglichkeiten für Jungen in seinem Alter. Für Marta steigt Tomek zu älteren Herren in deutsche Autos und wird zum „piggie“, zu einem sich prostituierenden Jugendlichen.
Robert Gliński wendet sich wie bereits in HI, TERESKA den aktuellen Nöten der polnischen Jugend zu. Er entwirft in seinem Film das düstere Bild einer jungen Generation, die von den traditionell starken Bindungen an Familie und Kirche Abstand nimmt. Die Jugendlichen unterwerfen sich in ihrer ideologischen Obdachlosigkeit einem bis in die Perversion übersteigerten Materialismus, der sogar vor dem menschlichen Körper nicht halt macht. Glińskis realistische Inszenierung ist dabei durchsetzt von zahlreichen Jump Cuts, welche die Brüchigkeit einer nur scheinbar intakten Welt sichtbar werden lässt. Der Rhythmus des Films zieht den Zuschauer mit dem Protagonisten wie ein Sog in den Abgrund und nähert sich kontinuierlich einem verstörenden Ende.
Es freut uns sehr, dass bereits kurz nach dem diesjährigen goEast Festival ein erster Film aus unserem Wettbewerb einen deutschen Kinostart hatte – sehen wir es doch als eines unserer wichtigsten Ziele an, die osteuropäischen Filme einem möglichst breiten Publikum hierzulande bekannt zu machen.

DIF

Mo

20.09.

18.00

125. Geburtstag G.W. Pabst
Die weiße Hölle vom Piz Palü
D 1935, 92 Min., FSK: ungeprüft
Regie: Arnold Fank, G. W. Pabst
Kamera: Hans Schneeberger, Richard Angst, Sepp Allgeier
Musik: Giuseppe Becce
Mit Gustav Diessl, Leni Riefenstahl, Ernst Petersen, Ernst Udet, Mizzi Götzel, Otto Spring

Die weiße Hölle vom Piz Palü
 
Schicksalsberg Piz Palü: Hier verliert Dr. Krafft bei einem Unfall seine Frau Maria. Seitdem wandert er ruhelos über den Berg. Zehn Jahre später erscheint er in einer einsamen Berghütte bei der Verlobungsfeier eines jungen Paares namens Hans und Maria. Angestachelt vom Vorhaben einer Studentengruppe will Krafft den Gipfel besteigen. Hans und Maria folgen ihm. Doch die Studenten werden von einer Lawine begraben, Hans stürzt beinahe ab, und Krafft wird von einem herabfallenden Eisblock schwer verletzt,. Die drei Bergsteiger müssen die Nacht in eisiger Kälte verbringen … Der Film mit atemberaubenden Naturaufnahmen wurde 1929 in den Schneegebieten des Berninamassivs gedreht, 1935 wurde er zu einer Tonfassung mit Musik von Giuseppe Becce umgearbeitet, die wir zu diesem Termin zeigen.

DIF

Mo

20.09.

20.00

Neues Deutsches Kino
Schwerkraft
D 2008, 97 Min., FSK: ab 16
Regie: Maximilian Erlenwein
Buch: Maximilian Erlenwein
Kamera: Ngo The Chau
Musik: Jakob Illja
Mit Jürgen Vogel, Fabian Hinrichs, Nora von Waldstätten

Schwerkraft
 
Frederik Feinermann ist ein aufstrebender Bankangestellter, dessen Leben in scheinbar geordneten Bahnen verläuft, doch nach einem Zwischenfall in der Bank brennt in ihm eine Sicherung durch. Zusammen mit einem alten Bekannten, der im Gefängnis sass, lebt er nun seine dunkle Seite aus, die er seit Jahren mit Macht unterdrückt hat. Ein faszinierendes Porträt eines scheinbar mitten im Leben Stehenden, der zum Grenzgänger wird. Fabian Hinrichs und Jürgen Vogel bieten eine Glanzleistung, eine überwältigende Tour de Force aus Sehnsucht, Freundschaft, Liebe und Gewalt. Ein mutiger, aufwühlender Film, der für den deutschen Filmpreis nominiert war und mit dem Max-Ophüls-Preis ausgezeichnet wurde. Die Jury-Begründung: SCHWERKRAFT überzeugt durch absolute Stilsicherheit und erinnert in seinen besten Momenten an Filme der Coen Brothers. Der Film erzählt von den irrationalen Abgründen im menschlichen Charakter genauso wie den Sehnsüchten und der volatilen Suche nach einem intensiven Leben, Freiheit und Liebe. Der Film
taucht seine Geschichte in absurden, schwarzen Humor und erzählt sie doch mit Wärme, Romantik und Herzlichkeit, was eine delikate Genre-Mischung und einen schwierigen Akt der Balance für den Regisseur und die Darsteller bedeutet, die sie bravourös gemeistert haben. SCHWERKRAFT funktioniert sowohl als tiefgründige Charakterstudie als auch als Drama und subversive Komödie und schafft es, trotz seiner leicht überhöhten Art des Erzählens immer geerdet und lebensbejahend zu bleiben, publikumszugänglich, unterhaltsam, spielerisch und überraschend.

DIF

Di

21.09.

18.00

Neues Deutsches Kino
Schwerkraft
Siehe 20.09.

Di

21.09.

20.00

80. Geburtstag Mario Adorf
Die Blechtrommel
Deutschland / Frankreich 1978, 145 Min., DF, FSK: ab 16
Regie: Volker Schlöndorff
Buch: Jean-Claude Carrière, Volker Schlöndorff, Franz Seitz nach dem Roman von Günter Grass
Kamera: Igor Luther
Musik: Maurice Jarre, Friedrich Meyer
Mit: David Bennent, Angela Winkler, Mario Adorf, Katharina Thalbach

Die Blechtrommel
 
Volker Schlöndorffs brillante Verfilmung von Günter Grass Besteller erzählt die Geschichte des Oskar Matzerath, der sich an seinem dritten Geburtstag entschließt, nicht mehr weiter zu wachsen und er will mit der Welt der Erwachsenen nichts mehr zu tun haben. Während des Zweiten Weltkriegs zeigt er seinen Protest gegen seine Umwelt, in dem er auf seiner Blechtrommel spielt, und erst nach Ende des Krieges entscheidet er sich, wieder zu wachsen. Der Film wurde als erster deutscher Film überhaupt mit dem Oscar in der Kategorie „Bester nicht-englischsprachiger Film“ ausgezeichnet.

DIF

       
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