Di

1.02.

18.00

Oscar vor 5 Jahren
Die Reise der Pinguine
F 2005, 86 Min., DF, FSK: ab 0
Regie: Luc Jacquet
Buch: Jordan Roberts
Kamera: Laurent Chalet, Jerome Maison
Musik: Emilie Simon, Alex Wurman

Die Reise der Pinguine

Einer der erfolgreichsten Dokumentarfilme aller Zeiten, 2006 mit dem Oscar ausgezeichnet: Luc Jacquet und sein Team beobachteten über ein Jahr lang große Kaiserpinguin-Kolonien. Entstanden sind märchenhafte Bildkompositionen über die fracktragenden Tiere auf Nahrungssuche und bei ihrer tagelangen Wanderung zu ihren Brutplätzen durch Schneestürme und bei Minus 40 Grad Kälte, bei der Balz und der Versorgung ihrer Jungen. Selten wurde der faszinierende Kreislauf von Leben und Tod so spektakulär dargestellt.

DIF

Di

1.02.

20.00

Oscar 2010
Die Bucht – The Cove
USA 2009, 92 Min., OmU, FSK: ab 6
Regie: Louie Psihoyos
Buch: Mark Monroe
Kamera: Brook Aitken
Musik: J. Ralph

Die Bucht – The Cove

In den letzten beiden Jahren gingen die Oscars für den besten Dokumentarfilm jeweils an zwei extrem spannende Filme aus den USA, bei denen durchaus diskutiert wurde, was daran dokumentarisch und was inszeniert ist. Bei MAN ON WIRE (Oscar 2009) konnten die historischen Ereignisse nicht anders dargestellt werden, bei DIE BUCHT – THE COVE (Oscar 2010) wäre es wohl zu gefährlich gewesen. Der mitreißende, erschütternde Film über eine abgelegene, mit Stacheldraht und Sicherheitspersonal gegen Spione geschützte Bucht, in der alljährlich ein Massaker stattfindet, ist stellenweise spannender als jeder Actionfilm, wenn er verfolgt, wie Ric O´Barry, der einst als Trainer von „Flipper“ Delfine populär machte, mit einem Team von Spezialisten (Tauchern, Surfern, Unterwasserfilmern, Special-Effects-Künstler) versuchen, die Bucht zu filmen und deren dunkles Geheimnis aufzudecken. Ein Geheimnis, das nur die Spitze eines Eisbergs ist …

Mo

7.02.

17.30

Oscar vor 10 Jahren
Kindertransport
GB / USA 200, 122 Min., DF, FSK: ab 0
Regie: Mark Jonathan Harris
Buch: Mark Jonathan Harris
Kamera: Don Lenzer
Musik: Lee Holridge

Kindertransport

Noch etwas traditioneller als DIE REISE DER PINGUINE und DIE BUCHT gab sich KINDERTRANSPORT, der 2001 den Oscar als bester Dokumentarfilm gewann. Mit seinem erschütternden Thema und der behutsamen, kunstvollen Herangehensweise an sein Thema bleibt aber auch dieser Film lage in Erinnerung und hat seinen Oscar mehr als verdient. Er folgt dem Schicksal von Tausenden jüdischer Kinder aus Deutschland, die wenige Monate vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs aus Deutschland, Österreich und Tschechien nach Großbritannien gebracht wurden. Die meisten von ihnen haben ihre Eltern nie gesehen. Aus Gesprächen mit Überlebenden, Erinnerungsstücken und historischen Aufnahmen ergibt sich ein beklemmendes Bild.
 
DIF

Mo

7.02.

20.00

Stummfilm mit Musik – Gesamtkunstwerk Expressionismus
Das Cabinet des Dr. Caligari
Deutschland 1919, 73 Min., FSK: ab 12
Regie: Robert Wiene
Live-Musik von und mit Uwe Oberg (Piano)
Buch: Hans Janowitz, Carl Mayer
Kamera: Willy Hameister
Bauten: Walter Röhrig
Mit Conrad Veidt, Werner Krauss, Lil Dagover
Live-Musik von und mit Uwe Oberg (Piano)

Das Cabinet des Dr. Caligari

Zum Abschluss unserer Reihe, die begleitend zur Ausstellung „Gesamtkunstwerk Expressionismus – Kunst, Film, Literatur, Theater , Tanz und Architektur 1905 bis 1925“ in der Mathildenhöhe Darmstadt zu sehen ist, zeigen wir Robert Wienes Meisterwerk, das als der erste konsequent im Stil des Expressionismus gestaltete Film gilt. In einer norddeutschen Kleinstadt versetzen rätselhafte Morde die Menschen in Angst und Schrecken, just zu dem Zeitpunkt, als der Schausteller Dr. Caligari sein Medium Cesare präsentiert …
„Seine Thematik der erzählerischen Vermischung von Normalität und Wahnsinn und der Folgeerscheinungen von Autorität, Macht, Tyrannei, Despotismus und Massenbeeinflussung durch Hypnose sowie seine stilistische Verbindung von moderner Kunst mit Formen des Wahnsinns lassen ihn auch heute noch aktuell und brisant erscheinen.“ Lexikon des internationalen Films

DIF

Di

8.02.

15.30

Rückblende – Film ab
Herbstgold
D 2010, 94 Min., FSK: ab 0
Regie: Jan Tenhaven
Buch: Jan Tenhaven
Kamera: Marcus Winterbauer

Herbstgold

Frei nach dem Motto „Kopfstand statt Ruhestand“ wollen Ilse, Alfred, Jiří und Gabre auch über 80-jährig noch hoch hinaus. Alfred, der 100-jährige Diskuswerfer aus Wien, Jiří, der 82-jährige Hochspringer aus Tschechien, Ilse, die 85-jährige Kugelstoßerin aus Kiel und Herbert (93) aus Stockholm – als Lebensmittelpunkt verbindet sie alle der Sport. Oder besser: der Leistungssport. Ihr großes Ziel: die Qualifikation für die Weltmeisterschaft im finnischen Lahti, der Olymp des Seniorensports. Beim Hochsprung, Diskuswerfen und Kugelstoßen laufen sie zur Hochform auf und fürchten weder Tod noch Teufel bei dem Versuch, das Siegertreppchen zu erklimmen. Mit Schicksalsergebenheit aber auch mit Trotz nehmen sie den Kampf gegen den eigenen Körper auf, gegen die Zeit und vor allem gegen die Konkurrenz! „Berührend und inspirierend. Die Definition eines Publikumserfolgs.“ schrieb Toronto Screen Shots über diesen wunderbaren Film, der wunderbar optimistisch stimmt und mit Kraft und Humor jeden im Publikum für sich einnimmt.

Nur am 8.2. 15.30 Uhr: Ermäßigter Eintritt von 4,50 € für alle

DIF und Seniorenbeirat in der Landeshauptstadt Wiesbaden

Di

8.02.

18.00

Oscar vor 5 Jahren
Wallace & Gromit auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen
GB 2005, 94 Min, DF, FSK: ab 6
Regie: Nick Park, Steve Box
Buch: Steve Box, Nick Park, Bob Baker
Musik: James Michael Dooley, Julian Nott

Wallace & Gromit auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen

Ebenso wie John Lassetter und Pixar – aller Konkurrenz zum Trotz – die ungekrönten Könige des Computeranimationsfilm sind, so dominieren die britischen Aardman Studios den Stop Motion Filmbereich. Nicht nur wegen ihrer herausragenden Stellung in den technischen und künstlerischen Fähigkeiten, sondern vor allem auch, da sie Wert auf unvergessliche Charaktere und ans Herz gehende Geschichten mit Humor legen. Ganz vorne in der Publikumsgunst dabei sind dabei der schrullige Erfinder Wallace mit seinem schlauen Hund Gromit, und nach einigen herausragenden Kurzfilmen tobten sie 2005 erstmals durch einen abendfüllenden Spielfilm, in dem sie sich während eines Gemüsewettbewerbs nicht nur mit einer Kaninchenplage, sondern auch mit einem Riesenkaninchen auseinander setzen müssen. Dass dabei nicht nur der Charme der Charaktere, sondern auch die unbändige Spielfreude und der temporeiche Witz der Kurzfilme erfolgreich in das Langfilmformat übertragen wurde, wurde 2006 zurecht auch gegen die übermächtig scheinende Computeranimationsbranche mit dem Oscar für den besten Animationsfilm bedacht.

DIF

Di

8.02.

20.00

goEast präsentiert
Der Dieb des Lichts
Kirgisien / D / F / NL 2010, 94 Min., OmU, FSK: bei Redaktionsschluss noch nicht bekannt
Regie: Aktan Arym Kubat
Buch: Aktan Arym Kubat
Kamera: Hassan Kydyraliyev
Mit Aktan Arym Kubat, Taalaikan Abazova, Askat Sulaimanov, Asan Amanov, Stanbek Toichubaev

Der Dieb des Lichts

Der gutmütige Elektriker in einem abgelegenen kirgisischen Dorf wird von den Bewohnern liebevoll nur Svet-Ake („Herr Licht“) genannt. Er ist stets vor Ort, wenn seine Hilfe gebraucht wird. Sei es nun ein betrunkener Nachbar, der ihm wieder mal sein Eheleid klagen will oder ein Junge, der von einem Baum gerettet werden muss - Svet-Ake steht den Menschen mit Rat und Tat zur Seite. Und da die Strompreise enorm gestiegen sind, lässt er bei den armen Leuten gerne auch mal den Stromzähler rückwärts laufen. Als die Behörden allerdings auf diese Tatsache aufmerksam werden, verliert er seinen Job. „Herr Licht“ glaubt aber weiter an seine große Vision, wie er den Strom in der Siedlung für die kommenden Generationen sichern kann. Bei seinem Kampf für eine bessere Zukunft der Gemeinschaft muss er jedoch die unangenehme Bekanntschaft mit einem skrupellosen Investor aus China und dem korrupten neuen Bürgermeister des Dorfs machen.
Geistreich, mit feinem Humor und vor einer landschaftlich beeindruckenden Kulisse erzählt der Film seine Geschichte über die aktuelle wirtschaftliche Situation Kirgisiens. Regisseur und Drehbuchautor Aktan Arym Kubat (BESHKEMPIR) schlüpft dabei selbst in die charmante Rolle des wohltätigen „Herrn Licht“. Wir freuen uns, dass wir dem beim Filmfest Cottbus mit dem Publikumspreis ausgezeichneten Film fünf Wochen vor dem offiziellen Bundesstart als Vorpremiere präsentieren können!

DIF

Mo

14.02.

17.00

Oscar vor 30 Jahren
Moskau glaubt den Tränen nicht
UdSSR 1979, 148 Min, DF, FSK: ab 12
Regie: Wladimir Menschow
Buch: Valentin Tschernych
Kamera: Igor Slabnjewitsch
Musik: Sergej Nikitin
Mit Vera Alentowa, Alexej Batalow, Irina Murawjowa, Ra´issa Rjasanowa, Juri Wassilew

Moskau glaubt den Tränen nicht

Viermal ging der Oscar für den besten nicht englischsprachigen Film bislang an russische Filme, einer davon vor 30 Jahren an diese heitere Komödie über das Schicksal dreier Frauen, die sich 1958 in einem Moskauer Arbeiterwohnheim kennen lernen und sich miteinander anfreunden, obwohl sie unterschiedlichen Lebensinhalten nachjagen. Der Film, der seine Charaktere sehr liebenswürdig porträtiert, setzte sich 1981 überraschend, aber nicht ganz unverdient unter anderem gegen Akira Kurosawas KAGEMUSHA, François Truffauts DIE LETZTE METRO und Istvan Szabos VERTRAUEN durch.

DIF

Mo

14.02.

20.00

Fundstücke. Vergessene und übersehene Perlen des Films
Geschichten zwischen den Wänden
Japan 1966, 70 Min., DF, FSK: ab 18
Regie: Koji Wakamatsu
Buch: Yoshiak Otani, Koji Wakamatsu
Kamera: Hideo Ito
Musik: Noboru Nishiyama
Mit Hiroko Fujino, Mikio Terajima, Kazuko Kanoo

Geschichten zwischen den Wänden

Koji Wakamatsu (geb. 1936) ist eines der bestgehüteten Geheimnisse der japanischen Neuen Welle der 1960er Jahre. Obwohl seine Filme meist den erotischen Pinku Eiga zugeordnet werden, bewies er früh die Experimentierwut eines asiatischen Godard und ging mit Montage und Tondesign an die Grenzen des filmisch Machbaren. Auf diese Weise verband er sexuelle Szenarien mit politischer Gesellschaftskritik und metafilmischer Reflexion. Einer seiner bedeutendsten Filme ist GESCHICHTEN HINTER WÄNDEN, der 1965 zum Skandal der 15. Berlinale geriet. In einer Apartmentsiedlung beobachtet ein Student, der sich auf die Aufnahmeprüfung an der Universität vorbereitet, die heimlichen Rendezvous seiner Nachbarin – einer ehemaligen Friedensaktivistin, die inzwischen ein ganz normales Leben als Hausfrau führt – mit ihrem früheren Geliebten. Der Voyeurismus des zurückgezogen lebenden, schwermütigen jungen Mannes lässt schließlich seinen Wahnsinn explodieren. Wakamtsu produzierte später den Klassiker IM REICH DER SINNE (1976) und kehrte mit dem Politthriller UNITED RED ARMY (2008) und dem psychosexuellen Drama CATERPILLAR (2009) als Regisseur ins Kino zurück.

DIF und :Ikonen: - das Kulturmagazin

Di

15.02.

18.00

Rückblende – Film ab
Herbstgold
Siehe 14.02.

Di

15.02.

20.00

Oscar vor 20 Jahren
Der Mit Dem Wolf Tanzt
USA 1990, 178 Min., deutsche Fassung, FSK: ab 12
Regie: Kevin Costner
Buch: Michael Blake
Kamera: Dean Semler
Musik: John Barry
Mit Kevin Costner, Mary McDonnell, Graham Greene, Rodney A. Grant, Floyd Westerman

Der Mit Dem Wolf Tanzt

Eher durch Zufall wird Lt. John Dunbar zum Kriegshelden, was er ausnutzt, um sich auf den einsamsten Aussenposten versetzen zu lassen. Hier macht er Bekanntschaft mit den Sioux-Indianern, mit denen er sich nach und nach anfreundet. Als der Aussenposten wieder vom Militär besetzt wird, wird Dunbar als Verräter angesehen... Kevin Costners Regiedebut blieb nicht nur sein bester Film bislang, sondern nimmt in der gesamten Filmgeschichte eine Ausnahmestellung ein: ein großartiges Epos mit überwältigenden Szenen wie der Büffeljagd, in der die Rollen der Sioux von echten Indianern gespielt werden und der Völkermord an den Indianern angeklagt wird. 7 Oscars (Bester Film, Beste Regie, Bestes Drehbuch, Beste Musik, Beste Kamera, Bester Schnitt, Bester Ton), von denen jeder einzelne gerechtfertigt war.

DIF

Mo

21.02.

18.00

Filmwunsch
Im Oktober werden Wunder wahr
Peru 2010, 93 Min., spanische Originalfassung mit deutschen Untertiteln, FSK: ab 12
Regie: Diego Vega, Daniel Vega
Buch: Diego Vega, Daniel Vega
Kamera: Fergan Chávez-Ferrer
Musik: Oscar Camacho
Mit María Carbajal, Carlos Gassols, Bruno Odar

Im Oktober werden Wunder wahr

Die Geschichte des eigenbrötlerischen Pfandleihers Clemente, der sich plötzlich mit einem Findelkind herumschlagen muss, ist eine lakonische Komödie mit sanftem Humor, die beim Festival in Cannes 2010 in der wichtigen Sektion „Un Certain Regard“ mit dem Jury-Preis ausgezeichnet wurde. Von den Bedürfnissen des Säuglings völlig überfordert, bittet er seine Nachbarin um Hilfe, in der Folge ziehen noch weitere Personen bei ihm ein … In Bildern von magischer Leuchtkraft erzählt die peruanische Komödie der Brüder Daniel und Diego Vega von Menschen, die ihre Sehnsüchte erst wieder neu entdecken müssen und die manchmal ein kleines Wunder brauchen, um zu erkennen, wie nahe das Glück zu finden ist.

„Mit seinen Running Gags und der sparsamen Mimik fühlt sich der Film wirklich wie eine gelungene Mischung aus Aki Kaurismäki, Jim Jarmusch und Robert Bresson an.“ Variety

DIF

Mo

21.02.

20.00

Oscar 2010
Tödliches Kommando – The Hurt Locker
USA 2008, 124 Min., OmU, FSK: ab 16
Regie: Kathryn Bigelow
Buch: Mark Boal
Kamera: Barry Ackroyd
Musik: Marco Beltrami, Buck Sanders
Mit Jeremy Renner, Anthony Mackie, Guy Pearce, Ralph Fiennes

Tödliches Kommando – The Hurt Locker
 
Zum ersten Mal hat eine Frau den Oscar für die beste Regie gewonnen – und das in einem eigentlich sehr ungleichen Duell: Da war der große Favorit AVATAR, und dann war da dieser kleine, feine, ungemein beeindruckende, extrem spannende Irak-Kriegsfilm (schon das ein schwieriges Thema), der eigentlich schon ein Jahr vorher seine Premiere auf dem Filmfestival in Venedig feierte, und dessen Regisseurin auch noch ausgerechnet die Ex-Ehefrau von AVATAR-Regisseur James Cameron, Kathryn Bigelow war. Doch THE HURT LOCKER setzte sich völlig zurecht durch: der Film über die Elite-Soldaten eines Bombenräumkommandos im Irak ist Adrenalin-Kino pur, rasanter Nervenkitzel in spektakulär wirklichkeitsnahen Bildern. Schade, dass Irak-Kriegsfilme anscheinend von vornherein kein Publikum finden – nicht nur THE HURT LOCKER hätte ein großes Publikum verdient!

DIF

Di

22.02.

18.00

Oscar 2010
Tödliches Kommando – The Hurt Locker
Siehe 21.02.

Di

22.02.

20.00

Filmwunsch
Im Oktober werden Wunder wahr
Siehe 21.02.

Mo

28.02.

18.00

Oscar vor 60 Jahren
Michelangelo – Das Leben eines Titanen
D / CH 1940, 94 min, FSK: ungeprüft
Regie: Curt Oertel
Buch: Curt Oertel
Kamera: Curt Oertel
Musik: Alois Melichar

Michelangelo – Das Leben eines Titanen

Eine spektakuläre Biographie Michelangelos (1475 - 1564), die stark mit den Werken des Künstlers arbeitet. Regie führte Curt Oertel, der ab 1946 für den Aufbau vieler Wiesbadener Filmorganisationen (wie der FSK, SPIO) mitverantwortlich zeichnete und auch bei der Gründung des Deutschen Filminstituts tatkräftige Unterstützung gab. Ausgangspunkt des Films ist ein Sonett von Vittoria Colonna, die ihrem Zeitgenossen und Freund Michelangelo ein lyrisches Denkmal setzte, das Curt Oertel ins Filmische übertrug. Der Film fand weltweite Beachtung, besonders auch, weil die Umsetzung des Themas als neue Form der filmischen Geschichtsschreibung gewertet wurde. Der bekannte Dokumentarfilmer Robert Flaherty schuf aus dem Material ein um ein Drittel kürzeres Dokudrama mit neuen Texten, das den Oscar als bester Dokumentarfilm erhielt. Wir zeigen in diesem Fall nicht die mit dem Oscar ausgezeichnete Version, sondern Curt Oertels Original!

DIF

Mo

28.02.

20.00

Oscar vor 30 Jahren – Robert DeNiro
Wie ein wilder Stier
USA 1979, 129 Min., DF, FSK: ab 16
Regie: Martin Scorsese
Buch: Paul Schrader, Mardik Martin
Kamera: Michael Chapman
Mit Robert de Niro, Cathy Moriarty, Joe Pesci, Frank Vincent

Wie ein wilder Stier

Die Robert de Niro Reihe führen wir diesen Monat mit einem Film fort, der 1981 zwar nicht den Oscar für den besten Film erhielt, wohl aber den für den besten Hauptdarsteller – Robert de Niro, der dieses Jahr auch den Golden Globe für sein Lebenswerk erhielt. Der große Martin Scorsese hat mit dieser filmischen Biografie des ungeliebten Boxweltmeisters im Mittelgewicht von 1949, Jake La Motta, ein wahrhaftes Meisterwerk geschaffen. Ein detailgenaues Psychogramm eines selbstzerstörerischen und gewalttätigen Menschen im Milieu der italienischen Einwanderer von New York erzählt zudem intensiv von den sozialen Verhältnissen im damaligen New York. Er beschreibt die Atmosphäre offener und latenter Gewalt, die in La Mottas Privatleben fast genauso wie im Ring existert. La Motta kann nicht zwischen den beiden Welten unterscheiden, sein Boxstil ist praktisch der verlängerte Arm seiner Psyche: Runde um Runde steckt er ein, um dann kurz vor Schluß aufzudrehen, seinen Gegner mit mörderischen Schlägen auf die Bretter zu schicken. Ähnlich selbstzerstörerisch gibt er sich im Priatleben Eifersuchtsszenen hin.

DIF
© Copyright:Deutsches Filminstitut - DIF e.V.