Café Elektric: Description

Home Übersicht http://www.deutsches-filminstitut.de/collate/ About the Surrogate Production Source Edition Surrogat production Café Elektrik Work flow Description Intertitles Résumé Zpev zlata Work flow result

  For our reconstruction the Surrogate Production of the film were very important; they should be some kind of a guide-line for the reconstruction of the lost act. Even before the COLLATE-project the Kivur-programmes were topic of our scientific investigations [Paolo Caneppele - Günter Krenn, "Rückwärts gekehrte Prophetie". Methodologische Betrachtungen zur Situation der Stummfilmforschung in Österreich, in Francesco Bono - Paolo Caneppele - Günter Krenn, Elektrische Schatten. Beiträge zur Österreichischen Stummfilmgeschichte, Wien 1999, S. 196-197.]:

Inhalte lassen sich nicht nur aus Drehbüchern wiederherstellen, sondern auch durch ihre oft akribisch genauen Beschreibungen in Kinoprogrammen. Besonders wichtig für die Anfänge österreichischen Filmschaffens ist die Wiener Kino-Bibliothek aus dem Kivur-Verlag. Eine umfangreiche Sammlung solcher Filmprogramme konnte 1998 vom Filmarchiv Austria erworben werden. Ein illustratives Beispiel: Der Film CAFÉ ELEKTRIC (A 1927) ist nur in einer Fassung erhalten, in welcher der fünfte Akt fehlt. Im Kivur-Programm wurde auch dieser beschrieben (man beachte bei folgendem Zitat die bildsprachliche Ausführlichkeit) und ging somit nicht ganz verloren.

During our research various descriptions of the plot CAFÉ ELECTRIK could be found. But the Kivur-Description is still the best to us [Kivur, Nr. 3274]:

An einer Straßenecke der Großstadt steht Ferdinand. Er blickt suchend umher, endlich scheint ihm die Gelegenheit für seine Pläne günstig. Eine kleine Kontoristin, die eben Einkäufe machte, wird von ihm angesprochen und nach einigen Minuten entreißt er ihr plötzlich die Handtasche und flieht. Beim Five-o'clock-tea in einer eleganten Bar sehen wir ihn wieder als Eintänzer auftauchen. Hier macht er die Bekanntschaft der achtzehnjährigen Erna Göttlinger, die an der verwegenen "Strizzi-Natur" Ferdls. - So wird Ferdinand in seinen Kreisen genannt, - Gefallen findet. Sie gibt sich mit ihm ein Rendez-vous. Erni's Vater, der Großunternehmen Göttlinger, hat selbst seine Liebschaften und kümmert sich nicht um die Wege, die seine Tochter geht. Durch Göttlinger's Abreise wird das häufige Zusammenkommen Erni's mit Ferdl begünstigt. Finster sieht der erste Bauingenieur Göttlinger's, Max Stöger, dem Erni bisher nicht gleichgültig war, ihrem verwegenen Treiben zu. Zwischen den dunklen Häuserreihen der nächtlichen Großstadtstraße hervor, leuchtet es in roten Lettern "CAFE ELEKTRIC". Es ist eines jener verborgenen Großstadtcafés, in denen sich die fragwürdigen nächtlichen Existenzen treffen: Arme Mädels, die beim matten Schein der Straßenlaternen aus hohlen Augen nach den Käufern menschlicher Ware ausblicken, nächtliche Schwärmer, die hier landen, um ihren "Schwarzen" zu trinken und solche, die aus dem Lebenswandel der anderen Nutzen ziehen. Viele Wege führen ins Cafe Elektric hinab, aber nur wenige hinaus. Das fühlt besonders die kleine Hansi, die so gerne aus diesem Sumpf heraus möchte, aber immer wieder ist es als ob sie mit Polypenarmen dunkle Kräfte zurückziehen würden. - Ferdl, der stets ein später Gast im Café Elektric ist, gefällt Hansi schon lange, sie will aber von ihm nichts wissen, denn instinktiv spürt sie, daß er sie nur ausnützen will. Umsomehr gefällt er Erni, die er nach einer raffiniert berechneten, durchzechten Nacht zu seiner Geliebten macht. Er redet Erni ein, daß er dringend Geld brauche, da er sonst eingesperrt werde und das Mädel, die in eine Art von willenloser Abhängigkeit von ihm geraten ist, stiehlt aus der Kassa ihres Vaters einen kostbaren Ring, den Göttlinger seiner Freundin zugedacht hatte. Dabei wird Erni von Stöger überrascht, der sie zwingen will, den Ring zurückzugeben, doch gelingt es ihr, da der alte Kassier ahnungslos dazwischen tritt, mit ihrer Beute zu entkommen. Glücklich bringt sie Ferdl den Ring, der ihn abends, Hansi aufmunternd mit ihm nach Monte Carlo zu fahren, an den Finger des kleinen Mädels steckt. Da geschieht etwas Unvorhergesehenes: Die Kontoristin, an der Ferdl den Straßenraub beginnt, betritt in Begleitung eines Herrn das Lokal, erkennt Ferdl, schlägt Lärm und im entstehenden Tumult sucht Ferdl das Weite. So nimmt Hansi vorläufig den Ring mit sich nach Hause. Unvermutet ist Herr Göttlinger zurückgekehrt, ohne eine Ahnung davon zu haben, daß seine Tochter eben jetzt in den Armen ihres Geliebten liegt, der sie mit prüfenden Blicken betrachtet und schon mit dem Gedanken spielt, das Mädel seinen Plänen gefügig zu machen. Ein anderes Mädel aus dem "Elektric", - Paula, - liebt gleichfalls Ferdl. Als sie nun unversehens ihn aufsucht und eine Nebenbuhlerin, Erni, bei ihm findet und ferdl ihr mit harten, deutlichen Worten die Türe weist, da droht ihm Paula, daß sie sich an ihm rächen werde. Ferdl aber macht sich nichts aus Paula's Drohungen und nimmt Erni das Versprechen ab, daß sie ihm noch diesen Abend ins Café Elektric folge. An diesem Tage jedoch hat Herr Göttlinger den Besuch eines Geschäftsfreundes erhalten und mit diesem einen günstigen Vertrag abgeschlossen und beide beschließen dies nun zu begießen. Der Geschäftsfreund macht den Vorschlag ins Café Elektric zu gehen. - Am gleichen Abend geht auch Bauingenieur Max Stöger, der vor einigen Tagen in einer Konditorei die kleine Hansi kennen lernte und an ihrem reizenden Wesen Gefallen gefunden hatte, am Café Elektric vorbei, sieht darin das liebe Mädel und setzt sich zu ihr. Göttlinger nähert sich aus einer Loge der kleinen Hansi, die ihm gefällt und wird zudringlich. Erstaunt sieht er seinen ersten Ingenieur neben dem kleinen Mädchen von der Straße und fordert ihn auf, sie ihm zu überlassen. Es kommt zu einem Eclat, in dessen Verlaufe Göttlinger plötzlich den ihm gestohlenen Ring an Hansi's Finger bemerkt. Die überrascht hervorgestoßene Verdächtigung gegen Stöger, quittiert derselbe mit einem Faustschlag. Noch ehe aber Göttlinger gegen Stöger etwas unternehmen kann, erscheinen in tollster Laune in der aufgerissenen Caféhaustüre Ferdl und Erni. Der Alte traut seinen Augen nicht, als er sein eigenes Kind am Arme dieses Gesellen sieht, dem die Verkommenheit auf der Stirne steht. Er reißt Erni heftig an sich, brüllt sie voll Wut und Entsetzen an: "Du kommst mit mir!" - Da erheben sich zwei Kriminalbeamte aus einer dunklen Ecke und fassen Ferdl, den sie wegen Straßenraub verhaften. Das war Paula's Rache! - Die Zeit verging, - Erni, die Göttlinger aus dem Haus geworfen hatte, führt nun ein flottes Leben. Die kleine Hansi aber hat Stöger zu sich genommen und ihr sein bisher unbekanntes, wenn auch kleines Heim geöffnet. Die beiden hatten mit dem Leben furchtbar zu kämpfen, seit Stöger nach jenem Faustschlag im Café Elektric Göttlinger's Unternehmen verlassen hatte - und die Not war bei ihnen eingezogen. Eines Tages, als Hansi sich nicht mehr zu helfen wußte, - das Letzte war schon versetzt, - nur eine wertvolle Vase war noch geblieben, ging Stöger in die Redaktion der Morgenpost, wo man ihm schon lange einen Redakteurposten in Aussicht gestellt hatte, - jedoch es war wieder nichts. Unterdessen traf Hansi auf der Straße den Geschäftfreund Göttlinger's, der sie sofort als das kleine Mädel von seinerzeit aus dem Café Elektric erkannte. Durch einen Trick findet er in ihre Wohnung und geht auf sie, die für ihn Freiwild bedeutet, los. Im Kampfe bekommt sie die wertvolle Meißner Vase zu fassen und zerschmettert sie am Kopfe des Geschäftsfreundes. Dieser läßt von ihr ab. Was nun? Kein Ausweg ... nichts für den nächsten Tag, was die Not lindern könnte. In ihrer Ratlosigkeit macht sie sich auf den Weg zum Café Elektric, um sich von Paula Geld auszuleihen. Diese ist nicht da. Da begegnet ihr ein alter Professor, der sich immer lieb und gut zu den Mädels im Café benommen, ihnen oft wie ein guter Onkel geholfen hatte. Er zieht Hansi in den Toreingang des Hotels, klappt seinen Schirm zu leiht ihr das notwendig verlangte Geld. Stöger war, als er Hansi nicht zu Hause fand, suchend auf die Straße geeilt und kommt eben in dem Augenblick, als er Hansi mit einem fremden Herrn im Eingang des Hotels stehen sieht und sie von diesem Geld empfängt. Wenige Minuten später erfolgt eine furchtbare Szene zu Hause, wo er der unglücklichen Kleinen vorwirft, sie sei das was sie immer war und sie solle zu den andern zurückgehen. In maßlosem Schmerz wankt Hansi an diesem Abend wieder dem Café Elektric zu, das sie für immer aufzugeben dachte. - In furchtbarer Erschütterung war Max Stöger zurückgeblieben. Ein Lebensglück, das er sich aufgebaut hatte, schien für ihn zerstört. Da erhält er von der Morgenpost die Aufforderung, sofort in der Redaktion für einen erkrankten Redakteur den Dienst zu übernehmen. Max leistet der Berufung Folge. Unterdessen ist Hansi, von allen freudig begrüßt, im Café Elektric erschienen. Plötzlich wankt sie und fällt zusammen. Der Arzt konstatiert, daß das arme Mädel in nicht ferner Zeit Mutter sein wird. Ein Kind! Ein Kind von Max flüstert sie und die Tränen stürzen ihr über die Wangen. Paula herzt sie und küßt sie, sie will sie zu sich nehmen, alle Sorgen von Hansi fernhalten. Da erscheint in einem unbewachten Moment plötzlich Ferdl, der seine Strafe verbüßt hatte, im Café. Von einer mißgünstigen Kollegin Hansis belogen, daß diese ihn seinerzeit der Polizei verriet, eilt er nun rachedürstend auf Hansi zu und sticht sie nieder. Er läßt sich ruhig verhaften. An diesem Abend wird Max Stöger sofort nach Einlangen der Polizeimeldung als Reporter seiner Zeitung ins Café Elektric gesandt und findet zu seinem Entsetzen sein - Hansi blutig auf dem Billardtisch hingebettet. Aber das kleine Mädel aus dem Elektric wird leben und auch das Kind. Glücklich hört Max diese Worte des Arztes der Rettungsgesellschaft und versöhnend finden sich die beiden Menschen wieder.

 

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